Champagnerflaschen (Foto: Meininger Verlag)
Champagnerflaschen (Foto: Meininger Verlag)

Telmont experimentiert mit Gewichtsreduktion

Das Champagnerhaus Telmont möchte künftig auf leichtere Flaschen zur Verringerung der CO₂-Emissionen setzen. Statt wie bisher 835 Gramm soll eine Flasche künftig nur noch 800 Gramm wiegen, wie die Maison gegenüber WEINWIRTSCHAFT bestätigt. Die 835-Gramm-Flasche war erst 2010 eingeführt worden, um die früher verbreitete 900-Gramm-Flasche zu ersetzen und werde mittlerweile – mit Ausnahme der Prestige Cuvées – flächendeckend von allen Produzenten verwendet, heißt es seitens des Communité interprofessionel du vin de Champagne (CIVC). 

Gerade beim Champagner und anderen Schaumweinen müssen die Flaschen sehr stabil sein, da sie sonst aufgrund des CO₂-Drucks im Inneren – bei Raumtemperatur liegt er häufig um die 7 Bar, steigt bei wärmeren Temperaturen weiter an – leicht explodieren könnten. Deswegen sind die Flaschen in der Regel deutlich schwerer als beim Stillwein.

Gemeinsam mit dem französischen Glasproduzenten Verallia hat Telmont nun die noch leichtere Flasche entwickelt, die den erhöhten Stabilitätsanforderungen bei Schaumwein standhält und sich optisch nicht von der Vorgängerflasche unterscheiden soll. Eine Testcharge mit 3.000 Flaschen wurde Anfang des Monats mit Grundwein und Tiragelikör befüllt. Im Laufe des nächsten halben Jahres werden repräsentative Proben regelmäßig überwacht und analysiert. Wenn die leichteren Flaschen alle Stufen des Tests bestanden haben, einschließlich der Reifezeit im Keller, könnten die ersten 800-Gramm-Flaschen Telmont Réserve Brut im Jahr 2025 in den Verkauf gehen.

Telmont wirbt auf der eigenen Webpräsenz deutlich mit dem Thema Nachhaltigkeit und gibt an, schon seit längerem auf Geschenkboxen und nicht-recycelte Flaschen zu verzichten. Zudem soll die komplette Ernte, sowohl von eigenen Rebflächen, als auch von Zulieferbetrieben, bis spätestens 2031 bio-zertifiziert sein, stand jetzt ist dies bei etwa der Hälfte der Rebfläche der Fall.

Laut Studien macht die Glasflasche anteilig bis zu 47 Prozent des CO₂-Fußabdrucks einer Flasche Wein aus, nur 43 Prozent sind Emissionen, die bei der Produktion in Weinberg und Keller anfallen. VM
 

Ausgabe 13/2022

WEINWIRTSCHAFT 13/2022

Themen der Ausgabe

Alkoholfrei

Das Segment wächst rasant und bietet dank Lohnunternehmern auch kleinen Erzeugern eine Chance

Prosecco

Das Konsortium wettet auf anhaltenden Erfolg und sichert sich zugleich ab

Portugal

Abseits von Portwein und »hinter den Bergen«. Der kleine Nachbar von Spanien hat einiges zu bieten