Theresa Olkus (Foto: AdLumina/Ralf Ziegler)
Theresa Olkus (Foto: AdLumina/Ralf Ziegler)

Absacker - Auf ein Glas mit Theresa Olkus

Moderatorin, Kommunikationswissenschaftlerin und Geschäftsführerin des VDP: Theresa Olkus hat mit gerade mal 29 Jahren schon so einiges erreicht. Wir haben sie bei einem Glas Wein nach ihrem Erfolgsrezept gefragt …

Interview: Sophia Langhäuser

Kommunikation ist Deine Stärke, wie kam es dazu?
So richtig zu dem Thema bin ich tatsächlich erst durch mein Studium im Bereich Kommunikationswissenschaft & Medienforschung in Hohenheim gekommen. Dort lernte ich zuerst die strategische, theoretische Seite der Kommunikation kennen und der praktische Teil kam dann während meiner Ausbildung zur Moderatorin und durch Praktika dazu.

Bist Du heute noch nervös, wenn Du auf der Bühne stehst?
Immer, ich würde sogar behaupten, dass man das sehr lange hat und dass ein gewisses Maß an Nervosität auch gesund ist. Durch mein Jahr als Weinkönigin Württembergs konnte ich allerdings schon früh erste Erfahrungen sammeln. Ein klein wenig Nervosität bleibt aber immer, auch wenn es natürlich auch zur Routine geworden ist.

Du hattest ursprünglich damit begonnen Architektur zu studieren, was hat Dich damals dazu bewogen auf Kommunikationswissenschaft und Medienforschung umzusteigen?
Ich hatte immer den Drang, dass das, was ich später machen will, auch einen kreativen Teil haben muss. Auf den ersten Blick hat das Architektur, als ich dann aber ein Praktikum gemacht habe, ist mir aufgefallen, dass die Kreativität auch durch manche Sachen eingeschränkt wird. Deshalb habe ich im Bereich Medien & Kommunikation und auch im Marketing (zumindest für mich) das Gefühl, mehr Kreativität zulassen zu können. Am Ende war es mir wichtig, dass ich meinen Beruf mit dem Thema Wein vereinen kann. Was man mit Architektur schon auch hätte machen können, aber ich bin froh, wie ich mich entschieden habe.

Aufgewachsen bist Du in einer Winzerfamilie, Wein ist Deine Leidenschaft – bestand für Dich jemals die Option, Weinbau zu studieren?
Sehr lange sogar und dann habe ich auch lange bereut, es nicht gemacht zu haben. Ich habe bis zum vierten Semester damit geliebäugelt, nach Geisenheim zu gehen, dann aber gemerkt, dass man das Thema Wein auch über Praktika und Jobs neben dem Studium gut mit einbringen kann. Irgendwann habe ich damit Frieden geschlossen und dachte, es ist mir ja nicht verwehrt, in die Weinbranche zu gehen.

Theresa Olkus (Foto: AdLumina/Ralf Ziegler)
Theresa Olkus (Foto: AdLumina/Ralf Ziegler)

Rot oder weiß, prickelnd oder still, was trinkst Du am liebsten?
Prickelnd weiß, ansonsten aber auch gerne Rotwein. Wenn es um Sekt geht trinke ich in letzter Zeit wirklich gerne Riesling. Ich finde es extrem spannend, wie dieser sich mit der Zeit entwickelt und glaube auch, dass sich gerade Deutschland noch stark profilieren kann, was den Riesling-Sekt angeht.

Weinsammlerin oder Gleichtrinkerin?
Immer mehr Weinsammlerin. Ich habe letztes Jahr zum ersten Mal Weine ersteigert. Einerseits wollte ich dieses schon auch irgendwie verrückte Prozedere mal kennenlernen, andererseits wollte ich damit beginnen, lagerfähige Weine zurückzulegen, um auch in vielen Jahren noch etwas davon zu haben. Von den ersteigerten Sachen sind jetzt allerdings schon wieder zwei Flaschen weg (lacht), da muss man dann auch konsequent bleiben ... Solche Weine bringe ich meistens zu meinen Eltern in den Keller.

Mit 29 Jahren Geschäftsführerin des VDP – verrätst Du uns Dein Erfolgsgeheimnis?
Freude an der Arbeit. Das ist, glaube ich, das Wichtigste, denn dann ist es auch nie wirklich Arbeit – auch wenn das jetzt ein bisschen klischeehaft klingt. Natürlich braucht es auch Ausdauer, die Tätigkeiten sind vielseitig, was ich extrem schätze. Mir war schon immer klar, dass Deutschland, was den Wein angeht, sehr viel zu bieten hat, dass man das aber noch viel mehr nach außen hin kommunizieren kann und muss.

Du hast als Podcast-Moderatorin schon so einige interessante und berühmte Persönlichkeiten vor dem Mikro gehabt. Gibt es jemand Bestimmten, der noch auf Deiner Liste steht?
Wen ich auf jeden Fall noch gerne treffen möchte, sind Ikonen wie Peter Maffay und TV-Stars wie Anke Engelke. Aber ich würde auch tatsächlich gerne mal Apache 207 interviewen (lacht). Es gibt noch so viele spannende Leute und das Spannende daran ist, dass diese häufig auf den ersten Blick gar nichts mit Wein zu tun haben – und dann stellt man fest, dass sie doch irgendwo eine Verbindung zum Wein haben.

Theresa Olkus (Foto: AdLumina/Ralf Ziegler)
Theresa Olkus (Foto: AdLumina/Ralf Ziegler)

Moderatorin, Weinfachfrau, Geschäftsführerin des VDP, wie viel Freizeit bleibt da noch für Familie und Freunde?
In Hoch-Zeiten, wenn ich nebenbei noch Podcasts aufnehme, bleibt relativ wenig Zeit übrig. Weil die Vor- und Nachbereitung meistens am Wochenende und am Abend stattfindet. Auf Dauer ist es eher die Kunst Arbeit und Freizeit irgendwie koordinieren zu können, da gibt es besonders in unserer Branche meiner Meinung nach einfach nicht mehr streng nur das eine oder das andere.

Wenn Du einer Winzerin oder einem Winzer einen Tag lang über die Schulter blicken dürftest, was würde Dich dabei besonders interessieren?
Vor allem die Sektbereitung. Zu Hause machen wir zwar viel Spät- und Grauburgunder und auch Tauberschwarz, waren aber nie darauf ausgerichtet Sektgrundweine zu erzeugen. Und dann interessiert mich auch die komplette Weinbereitung im Keller. Bei meinem Praktikum in Südafrika in Swartland habe ich zwar den Herbst im Keller verbracht, aber da bekommt man eben auch nur einen Teil der Weinbereitung mit.

Was hast Du von Deinem Praktikum in Südafrika mitgenommen?
Swartland ist eine etwas unberührtere Gegend, nicht ganz so touristisch, dadurch auch etwas ursprünglicher. Die Naturwein-Szene war dort schon sehr weit und etabliert, von daher konnte man dort was das angeht sehr viel sehen und lernen.

Gibt es ein Weinland, das Dich besonders interessiert?
Ich war noch nie in Portugal, da würde ich sehr gerne mal hin. Und in Frankreich war ich bisher nur an ein paar Flecken, ich würde gerne mal in die Champagne fahren, aber auch gerne in den Südwesten. Eher an den Ursprung der Weinherstellung und weniger in die neue Welt.

 

Theresa Olkus
stammt ursprünglich aus dem kleinen Weinort Markelsheim im Taubertal und ist nicht nur Weinfachfrau, sondern auch ein echtes Kommunikationstalent. Als Moderatorin des Podcasts „Auf ein Glas Wein mit …“ des SZ-Magazins hat sie außerdem schon dem einen oder anderen Stargast auf den Zahn gefühlt. Seit dem 01. Januar 2022 zählt nun auch die Geschäftsführung des VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter) zu ihren Aufgaben.


www.vdp.de

Ausgabe 04/2022

Erhältlich ab 11.5.2022: Spitzen-Winzerin Theresa Breuer im Portrait // Landwein // Grape Ale und weitere Themen
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