2019 Monkey Morio, Weingut Hanewald-Schwerdt, Pfalz, 11,5 %vol.
2019 Monkey Morio, Weingut Hanewald-Schwerdt, Pfalz, 11,5 %vol.

Wein des Monats: Juni 2020

87 Punkte
2019 Monkey Morio, Weingut Hanewald-Schwerdt, Pfalz, 11,5 %vol.

Mit angestaubtem Image, unscheinbar und meist auch etwas banal – so haben viele Weintrinker die Rebsorte Morio-Muskat in Erinnerung … Sofern sie diese denn überhaupt noch kennen. Denn wenn sie überhaupt noch vermarktet wird, fristet die Bukettsorte meist ihr Dasein in der Literflasche als lieblich ausgebaute Variante. Dass sie aber auch ganz anders kann, beweist der Monkey Morio par excellence. Aromatisch-duftig zeigt er sich in der Nase mit Aromen von Holunderblüte, Limettenabrieb und Aprikose sowie einer feinen Muskat-Note. Am Gaumen kommt er dann sehr leichtfüßig daher (der niedrige Alkoholgehalt macht sich positiv bemerkbar!), ist süffig, spritzig und frisch mit balanciertem Süßespiel. Kurzum ein unkomplizierter Sommerwein! „One Monkey! Much Fruit! No Banana!” lässt er auf seinem Etikett verlauten und soll Lebensfreude sowie Leichtigkeit vermitteln – und wer kann in Zeiten der Corona-Pandemie nicht eine ordentliche Portion davon gebrauchen?

Bereits das Etikett sorgt für ein leichtes Schmunzeln und ist ebenso liebreizend wie die Geschichte dahinter: Im Weingut Hanewald-Schwerdt in Bad Dürkheim liegt der Schwerpunkt zwar eigentlich auf den Rebsorten Riesling, Spätburgunder und Weißburgunder – doch auch Morio-Muskat bauen Stephan Schwerdt und sein Cousin Thomas Hanewald seit Jahren an. „In den vergangenen Jahren überlegten wir immer mal wieder, ob wir die Rebsorte nicht anders interpretieren sollen. Wir wollten weg vom angestaubten Klischee und die Rebsorte einer größeren Zielgruppe vorstellen. Der Trinkfluss, das verspielte blumige Aroma und die Leichtigkeit der Rebsorte passten aus unserer Sicht in die heutige Zeit“, klärt Stephan Schwerdt auf. Doch um das Projekt letztlich umzusetzen, musste zunächst ein Affe in Form eines Plüschtiers zutage treten. Über diesen stolperte das Team während der Arbeit im Weinberg. „In der Hoffnung, dass das Äffchen wieder von seinem Besitzer gefunden wird, wurde der Affe von unserem Mitarbeiter ans Zeilenende gebunden“, blickt Stephan Schwerdt zurück. Stattdessen aber tauchte das Äffchen zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf: „Beim Rebschnitt im Nebel entdeckte unser neuer Mitarbeiter das Äffchen und fragte mit einem Augenzwinkern, ob wir ihn mit diesem Monkey erschrecken wollten.“ Der Name Monkey Morio entstand und das Projekt nahm seinen Lauf.

Preis: 8,90 €
Bezugsquelle: www.hanewald-schwerdt.de

Schlagworte

Ausgabe 06/2022

Erhältlich ab 14.9.2022: Die Seckinger-Brüder im Portrait // Neuseeland und Australien // Trendgetränk Whisky und weitere Themen

Themen der Ausgabe

Jeden Tag eine gute Tarte

Kunterbunt und superlecker: unsere vegetarische Spiral-Gemüsequiche. Passend zu den sich einstellenden Herbstgefühlen präsentieren wir ein Wohlfühlrezept aus Mürbeteig, Petersilienwurzel, Möhren, Zucchini und Ei. Sommelier Gerhard Retter empfiehlt dazu einen maischevergorenen Silvaner aus dem fränkischen Hause Horst Sauer. » Zu Rezept und Weintipp

Hoch hinaus

Australien und Neuseeland haben schon lange deutlich mehr zu bieten als pummelige Shiraz und primärfruchtdominierte Sauvignon Blancs. In den Höhenlagen der beiden Länder untersuchte unser Autor Christoph Raffelt die Rebsorten Chardonnay und Pinot Noir, deren Kultivierungsgeschichten und Entwicklung.

Die drei Musketiere

Undogmatisch und trotzdem traditionsbewusst, innovativ und geerdet. Jonas, Philipp und Lukas Seckinger gehen in der Pfalz kompromisslos ihren Weg und sind damit zu Repräsentanten einer zukunftsweisenden jungen Bewegung geworden. Das bedeutet: den Weinen Zeit geben, keine Zusätze, nachhaltige Weinbergsarbeit.