Die Schweizer Genossenschaft Migros hat bei ihrer jüngsten Urabstimmung  entschieden, weiterhin auf  das Geschäft mit Alkoholika  zu verzichten. (Foto: Dragonimages/stock.adobe.com))
Die Schweizer Genossenschaft Migros hat bei ihrer jüngsten Urabstimmung entschieden, weiterhin auf das Geschäft mit Alkoholika zu verzichten. (Foto: Dragonimages/stock.adobe.com))

„Die etwas andere Alkoholfrage“

In diesen Tagen hat die Entscheidung der Migros, das Alkoholverbot beizubehalten, für Gesprächsstoff gesorgt (siehe Seite 6) – nicht zuletzt, weil sie dadurch auf nicht unerhebliche Umsätze verzichtet. Ein Weg, der zu respektieren und nicht zum Schaden der Wettbewerber ist.

Anders schaut es da mit den Plänen der neuen Bundesregierung aus. Ihr Koalitionsvertrag sieht vor, „die Alkoholpolitik zu verbessern“ und verpflichtet sich zum Verbot von Alkoholwerbung. Letzteres verkauft sie als „Best-Buy-Lösung“ – also kosteneffizient, evidenzbasiert – zum Schutze der öffentlichen Gesundheit. Mit weiteren Details bleibt der Koalitionsvertrag jedoch hinter dem Berg. Bemerkenswert ist, dass dieses Vorhaben in einen Atmenzug mit Regulierungsbestrebungen hinsichtlich Cannabis und Tabak genannt wird. Die Message ist jedoch klar: Künftig soll die ohnehin schon einschränkende Gesetzgebung für Alkoholwerbung noch einmal verschärft werden. Das liest sich wie ein Schlag ins Gesicht für die gesamte Getränkebranche. Und das, obwohl der hiesige Alkoholkonsum junger Menschen erneut rückläufig ist, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) vor wenigen Tagen mitteilte. Eigentlich ein Indiz dafür, dass die Selbstverpflichtung der Branche wirkt.

Zu denken gibt, dass der Cannabis-Konsum junger Menschen weiter zunimmt. So kurz vor der Legalisierung erscheint mir in diesem Feld zurzeit allerhand zu tun. Für die „Alkoholfrage“ hat die Bundesregierung jedenfalls noch keine Antwort parat. Auf Nachfrage der GETRÄNKE ZEITUNG wurden die Zuständigkeiten ohne Ergebnis zwischen den einzelnen Ministerien hin- und hergeschoben. So darf es auch gerne noch etwas bleiben.


Cecilia Hohls
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GZ 24/22

Themen der Ausgabe

Gastkommentar: Peter Laux

Peter Laux, Managing Director der Messer Industriegase GmbH, erklärt, wie das Unternehmen durch alternative Verfahren unabhängiger von der Düngemittelproduktion werden will. 

Aktuelles Interview: Raymond Sahm

Raymond Sahm, geschäftsführender Gesellschafter von Rastal, sieht sein Unternehmen gestärkt aus der Krise hervorgehen. Dank einer neuen betriebswirtschaftlichen Grundlage und erheblichen Innovationen im digitalen Bereich sieht er Rastal für die Zukunft gut aufgestellt.

Titelthema: Stand CO2-Mangel

Nicht sehr prickelnd: CO2 ist weiterhin ein rares Gut. Einzig eine Erhöhung der Düngemittelproduktion scheint die Lage kitten zu können. Die EU ist dran.