Die Dehoga kritisiert die Bundespolitik dafür, dass sie bislang ihre Zusagen für eine schnelle finanzielle Hilfe der Gastronomie nicht eingehalten hat. Die zugesagten November- und Dezemberhilfen seien größtenteils immer noch nicht ausgezahlt. (Foto: Pixabay)
Die Dehoga kritisiert die Bundespolitik dafür, dass sie bislang ihre Zusagen für eine schnelle finanzielle Hilfe der Gastronomie nicht eingehalten hat. Die zugesagten November- und Dezemberhilfen seien größtenteils immer noch nicht ausgezahlt. (Foto: Pixabay)

Dehoga warnt vor großer Pleitewelle

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband, Dehoga, warnt vor einer großen Pleitewelle und drängt auf schnelle Auszahlung wie überfällige Korrekturen der Hilfsprogramme.

Vor 10 Wochen mussten die gastgewerblichen Betriebe aufgrund des verhängten Lockdowns schließen und dennoch hätten viele Betriebe immer noch keine Novemberhilfe erhalten, klagt der Verband. 75,5 Prozent der Gastronomen und Hoteliers bangten um ihre Existenz. Jeder vierte Unternehmer (24,9 Prozent) ziehe konkret die Betriebsaufgabe in Erwägung, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Dehoga. Nach dem Corona-Jahr 2020 seien die Konten leer bei weiterhin hohen Kosten. Von den am 28. Oktober zugesagten Novemberhilfen seien bei den Betrieben bisher nur Abschlagszahlungen angekommen – und bei vielen noch nicht einmal diese. Die ebenfalls angekündigten Dezemberhilfen stünden ebenfalls noch aus. Nach den vorliegenden Ergebnissen hätten laut Dehoga erst 68,1 Prozent der Betriebe (8.529 Antworten) Abschlagszahlungen von den Novemberhilfen erhalten, und zwar in Höhe von durchschnittlich 10.927 Euro. Laut Dehoga-Umfrage meldeten die Betriebe von März bis Dezember Umsatzeinbußen von 47,0 Prozent. An der Umfrage des DEHOGA Bundesverbandes zur wirtschaftlichen Lage im Gastgewerbe beteiligten sich in der Zeit vom 4. bis 10. Januar 12.000 Betriebe.

Forderungskatalog der Dehoga an die Politik

„Unsere Betriebe befinden sich seit dem 2. November im Lockdown und eine Öffnungsperspektive fehlt“, sagt Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Die Unternehmer und Unternehmerinnen fühlten sich zunehmend von der Politik im Stich gelassen. Das sei genau das Gegenteil von „schnell und unbürokratisch“, wie es von den Bundesministern Peter Altmaier und Olaf Scholz zugesagt wurde. „Die versprochenen November- und Dezemberhilfen müssen jetzt endlich bei allen Betrieben ankommen“, drängt Zöllick. „Insbesondere gilt es, jetzt Klarheit und längst überfällige Korrekturen bei den Hilfsprogrammen vorzunehmen – wie vom Verband seit Wochen gefordert. Das aktuelle Hilfschaos und die kaum noch zu überbietende Komplexität müssen beseitigt werden.“

  1. "Wir erwarten schnellstmöglich die angekündigte Anpassung der EU-Beihilferahmen wie von uns bereits wiederholt angemahnt. Damit könnte ein wesentlicher Beitrag zur Reduktion der Komplexität und Unverständlichkeit der Programme geleistet werden. 
  2. Kürzungen der zugesagten Hilfen durch nachträgliche Änderungen der Fördervoraussetzungen sind völlig inakzeptabel. Dies betrifft die Überbrückungshilfen wie offensichtlich auch die November -und Dezemberhilfen.
  3. KfW-Kredite mit mehr als sechs Jahren Laufzeit dürfen nicht zum Nennbetrag angerechnet werden.
  4. Das 80:20-Erfordernis für Mischbetriebe und verbundene Unternehmen ist sachwidrig. Es kann nicht sein, dass Brauereigaststätten, Winzer mit Hotel und Gastronomie oder ein Restaurant, das Schulcatering betreibt, durch diese Regelung komplett durchs Raster fallen.
  5.  Es muss endlich Klarheit darüber bestehen, wann nach welchen Kriterien große Unternehmen Anträge stellen können. Die größten Arbeitgeber der Branche dürfen nicht im Stich gelassen werden. Wir erwarten, dass die notwendige Genehmigung für dieses Antragsverfahren schnellstmöglich in Brüssel durchgesetzt wird." //pip