2019 freuten sich Weinbaupräsident Artur Steinmann, Weinbaureferent Stephan Schmidt (l.) und Geschäftsführer Hermann Schmitt (r.) über die Gründung eines Konsortiums. Nun ist es offiziell (Foto Thomas Köhler)
2019 freuten sich Weinbaupräsident Artur Steinmann, Weinbaureferent Stephan Schmidt (l.) und Geschäftsführer Hermann Schmitt (r.) über die Gründung eines Konsortiums. Nun ist es offiziell (Foto Thomas Köhler)

Erstes Konsortium in Deutschland

Der fränkische Weinbauverband wurde nun offiziell durch das bayerische Landesministerium für Landwirtschaft als erstes Konsortium in Deutschland anerkannt. 

Bereits am 10. April 2019 hatte der fränkische Weinbauverband e.V. durch eine Satzungsänderung die Gründung eines Branchenverbandes (Konsortium) vorbereitet. Nach einem Jahr ist die Urkunde zur offiziellen Anerkennung beim fränkischen Weinbauverband eingetroffen. 

Das neue Konsortium wird den Namen »Konsortium Franken« tragen und ermöglicht den fränkischen Winzern neben der Ausgestaltung der Lastenhefte, und damit der Definition was den Frankenwein ausmacht, mehr Spielräume zum Beispiel in Bezug auf Kommunikationsmaßnahmen, Maßnahmen zur Steigerung der Wertschöpfung oder auch zur Förderung umweltfreundlicher Erzeugungsmethoden. 

Damit kann man stärker auf die Winzer einwirken, erhält mehr Selbstbestimmung, sowie die Möglichkeit die ganze Weinbranche (inkl. Gebietsweinwerbung etc.) einzubinden und Erleichterungen bei der Beantragung von Förderungen. Entscheidend ist aber vor allem, dass das Konsortium kein zusätzliches Konstrukt ist, wie die Schutzgemeinschaften, sondern »der fränkische Weinbauverband ist das Konsortium« betont Weinbaupräsident Artur Steinmann.

»Die Entstehung eines Konsortiums ist ein Prozess«, erklärt Steinmann. Als wichtigstes Thema steht Herkunft und Profilierung auf der Agenda. Dafür arbeitet der »Ausschuss für Profilierung und Herkunft« innerhalb des Konsortiums, der aus dem Präsidenten drei Vertretern der VDP-Güter, drei Vertretern der Gruppierung Fränkisches Gewächs, sechs Genossen und sechs unabhängigen Winzern besteht, an der Ausgestaltung der Lastenhefte. 
Alle Entscheidungen müssen als Konsensentscheidungen mit einer ¾-Mehrheit getroffen werden. Durch diese Zusammensetzung bildet der Ausschuss »den Fingerabdruck der fränkischen Weinwirtschaft«, so Steinmann.

Mit dem »Konsortium Franken« möchte das Weinbaugebiet als Praxisbeispiel in Deutschland vorangehen. ek

Ausgabe 10/2022

WEINWIRTSCHAFT 10/2022

Themen der Ausgabe

Nachhaltigkeit

Das aktuelle Kern- und Reizthema der Branchenkommunikation. Egal ob mit Bio-Siegel oder ohne – im Weinbau gibt es viele kleine und große Schritte zu mehr Nachhhaltigkeit. WEINWIRTSCHAFT hat sich bei verschiedenen Erzeugern umgehört und umgesehen – und ein paar hochinteressante Piwi-Weine verkostet.

»Auf dünnem Eis«

VDP-Präsident Steffen Christmann im Interview über die Qualitätspyramide, GGs für Jedermann und deutschen Sekt. Wie die Zukunft des deutschen Weinbaus aussehen kann und welche Rolle der VDP einnimmt und einnehmen will.

Lombardei

Vermutlich kennen Sie Franciacorta, aber haben Sie schon einmal von Oltrepò Pavese gehört oder gekostet? Über eine unterschätzte Schaumweinappellation im Schatten des bekannten Nachbarn.