Ausgabe 03/2020

Österreichs Weinpionier Willi Bründlmayer // Neue Stile von der Mosel // Weinreise Südafrika
MEININGERS WEINWELT Ausgabe 3/20

Themen der Ausgabe

Korngesund

Quinoa, auch Inka-Korn genannt, ist nährstoffreich, glutenfrei und ein richtiger Sattmacher. Nur drei gute Gründe, warum dieses Superfood in unserem frischen Taboulehsalat nicht fehlen darf. Noch ein bisschen Thunfisch und Chili dazu und das unkomplizierte Frühlingsgericht ist fertig. Die passende Weinempfehlung kommt von Sommelier Pascal Bohrer. »Hier finden Sie Rezept & Weintipp

Auf Tauchstation

Sie lagern im Atlantik, vor der Küste Spaniens oder in Brunnenschächten an der Mosel – Unterwasserweine üben auf Weinfreunde eine ganz besondere Faszination aus. Doch was spielt sich im Inneren der Flaschen ab, wenn sie oft über mehrere Monate in den Unterwasserweinkellern lagern? Wir haben die Unterschiede herausgeschmeckt und gehen dem Mythos auf den Grund.

Mosel macht's möglich

Neue Ideen, spannende Projekte und kriminell gute Winzervereinigungen – an der Mosel machen die Winzer nicht mehr nur mit Riesling und Süßwein, sondern inzwischen auch mit anderen Stilen von sich reden. Mit dabei: Orange Wine und Pét Nat, aber auch der Kabinett kommt wieder. Wir haben die kreativen Köpfe der Region getroffen.

Best of Bründlmayer

Willi Bründlmayer gehört zu den maßgeblichen Weinpionieren Österreichs. Er ist Gründungsmitglied der Österreichischen Traditionsweingüter, seine Weine und Sekte sind preisgekrönt, er bewirtschaftet Reben in den besten Lagen von Langenlois und gemeinsam mit seinem Team feilt der Ausnahmewinzer immer wieder an neuen Ideen. Wir waren auf seinem Weingut im Kamptal zu Gast und haben dabei gleich das neue Sektrüttelhaus in Augenschein genommen.

Kostbares vom Kap

Auf den Spuren des Pinotage haben wir die Winelands am Kap erkundet und die Winzergrößen rund um Stellenbosch besucht, die aus Südafrikas Parade-Rebsorte Spitzenweine erzeugen. Am besten lassen sich diese bei einer Verkostung auf den Weingütern selbst probieren, von denen einige außerdem mit erstklassigen Restaurants und stilvollen Boutique-Hotels aufwarten.

Für die meisten Konsumenten ist Wein ein Synonym für Genuss und ruft Bilder von harmonischem Zusammensein, traumhafter Reblandschaft und unberührter Natur hervor. Das ist auch gut so, denn ein Wein soll ja positive Gefühle wecken. Damit ein Wein aber in den Fokus der Verbraucher rückt, braucht es erst mal ein Konzept, sonst läuft der Winzer Gefahr, dass sein Wein nicht gesehen wird. Unverwechselbarkeit ist also gefragt und ein Profil muss her.

Ein klares Profil zu haben ist die Voraussetzung für Wiedererkennbarkeit und somit für eine starke Positionierung am Markt. Um ein solches zu definieren, muss erst mal ausgelotet werden, wo man steht und wo man hinwill. Es muss alles beleuchtet werden, um neue Wege gehen zu können und Veränderungen herbeizuführen. Qualität ist dabei lediglich die Grundvoraussetzung. Gut, wenn man die Kräfte bündeln kann und sich gemeinsam mit Winzerkollegen auf den Weg macht, um die Zukunft zu gestalten.

Ein gutes Beispiel für Zusammenhalt, Teamgeist und ein klar definiertes Profil geben die Winzer aus dem kleinen österreichischen Anbaugebiet Carnuntum. Seit dem Jahrgang 2019 gehören sie zu den 14 DAC-Gebieten Österreichs und können ihre Weine über das Herkunftssystem vermarkten. Um dorthin zu gelangen, entwickelten die Winzer in zahlreichen Meetings mit Definitionsproben und intensiver Arbeit ihren eigenen Weinstil. Mit ihrem Drei-Stufen-Modell ganz klar auf die Herkunft gerichtet und mit hohen Qualitätsanforderungen, aber doch individuellem Profil ausgestattet. Toll zu beobachten, wie eine junge Winzergeneration Flagge zeigt und beweist, was man mit offenem Meinungsaustausch alles erreichen kann. Immer die Einzigartigkeit ihres Anbaugebiets und ihre Wurzeln im Blick, um diese hervorzuheben und die Zukunft zu gestalten. So viel Teamgeist macht Spaß! Und der Verbraucher kann sich auf ein gut nachvollziehbares Herkunfts-Modell und außergewöhnliche Weinqualitäten verlassen (Bericht ab Seite 30 in dieser Ausgabe).

Ilka Lindemann [email protected]
Chefredakteurin