Ausgabe 01/2022

Nederburg Wine Estate im Portrait // Weine ohne Schwefel // Die besten Lagerungsmöglichkeiten
MEININGERS WEINWELT Ausgabe 1/22

Themen der Ausgabe

Das hat Pfeffer

Pfeffrig-würzig fällt dieses Mal unser Gericht für die kühle Jahreszeit aus: Zu Pfeffersteaks mit Paprikastreifen kombiniert Stéphane Gass, langjähriger Chef-Sommelier im Hotel Traube Tonbach in Baiersbronn, eine kraftvoll-harmonische Gigondas-Cuvée aus den Sorten Grenache und Syrah. Ein geschmacklicher Volltreffer. Das Rezept finden Sie »hier.

Schwefelfrei – geht das?

Kaum ein anderer Stoff ist in der Weinbereitung so allgegenwärtig wie Schwefel. Durch seine antioxidative und antiseptische Wirkung scheint SO2 für viele Winzer in Weinberg und Keller unverzichtbar. Dennoch nimmt die Zahl der Weine ohne zugesetzte Sulfite ständig zu. Was verbirgt sich hinter dem Trend und wo liegen die Vorzüge und Nachteile schwefelfreier Gewächse? Eine Auswahl an Weinen, die ohne zugefügte Sulfite oder mit insgesamt weniger als 30 mg/L auskommen, haben wir »hier für Sie zusammengestellt. 

Gut gelagert

Dunkel, gleichmäßig gekühlt, nicht zu trocken sowie frei von Erschütterungen und Gerüchen – so die wichtigsten Eckpfeiler der professionellen Weinlagerung. Mit welchen Systemen die Hersteller die perfekte Reifung Ihrer Gewächse garantieren wollen und welche Weinregale durch eine herausragende Optik punkten, können Sie im Artikel unserer neuen WEINWELT-Volontärin Sophia Langhäuser nachlesen.

Zu Gast in Südafrika

Wenn auch unter Auflagen, das Reisen, das für uns Weinjournalisten zu den schönsten Aspekten unseres Berufs zählt, ist wieder möglich. Und so ließ es sich WEINWELT-Chefredakteurin Ilka Lindemann nicht nehmen, selbst nach Südafrika zu fliegen und einem der bekanntesten Erzeuger am Kap, dem Nederburg Wine Estate in Paarl, einen Besuch abzustatten.

Genuss-Refugium Teneriffa

Auf der Flucht vor langen, kalten Wintermonaten zieht es viele Besucher auf die Kanaren-Insel Teneriffa. Aber auch, wer sich für gutes Essen und einzigartige Weine begeistert, ist hier goldrichtig.

Ganz weit weg oder doch lieber so nah wie möglich reisen – das ist die Frage, die sich viele Urlauber derzeit stellen. Die Sicherheit steht an oberster Stelle. Doch das Entdecken und Reisen ist ein elementares Bedürfnis, daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Die Tourismusbranche ist aktiv wie nie, um mit den neuen Herausforderungen umzugehen: Angebote werden überarbeitet, Destinationen neu gedacht.

Ich freue mich über die neu erlangte Freiheit und reise noch bewusster als vorher. Weiß es zu schätzen, endlich wieder persönlich mit Winzern auf der anderen Erdhalbkugel zu sprechen, die Weinlandschaft zu genießen und die Weine dort zu verkosten, wo sie wachsen. Meine erste Fernreise seit zwei Jahren führte mich nach Südafrika, das seit Oktober nicht mehr als Risikogebiet eingestuft ist und wo entsprechend die Einreise wieder unkompliziert möglich ist. Die PCR-Tests im Vorfeld der Flüge und die unzähligen Kontrollen an den Flughäfen sind zwar etwas nervig, vermitteln aber durchaus ein gutes Gefühl.

Ist man erst mal angekommen, nimmt einen das faszinierende Land sofort gefangen. Südafrika ist eines der schönsten Weinländer der Welt. Mit kosmopolitischem Lifestyle in den Städten, atemberaubender Landschaft und fantastischem Oenotourismus. Die Winzer vermissen Besucher auf ihren Weingütern und können es kaum erwarten, wieder Gäste zu empfangen.

Südafrika hat es während der Pandemie noch härter getroffen als andere Weinländer. Mancher berichtet, es seien wohl die einschneidendsten Zeiten seit dem Ende der Apartheid im Jahr 1994 gewesen. Die Regierung beschloss neben dem Lockdown zeitweise ein Verkaufsverbot alkoholischer Getränke und begründete dies mit gesundheitlichen Warnungen. Das Gesundheitssystem sollte während der Pandemie von durch Alkohol verursachten Unfällen und Krankheiten verschont bleiben. Zudem wurde zeitweise der Transport von Alkohol im Land untersagt, um Überfälle zu vermeiden. Auch wurde der Export von Weinen ins Ausland im Frühjahr 2020 gänzlich gestoppt, was zusätzlich noch zu Chaos auf den Exportmärkten führte. Die Verkaufsverbote über 14 Wochen hinweg sorgten für Übermengen in den Kellern und die ausbleibenden Einnahmen belasten manchen Erzeuger sehr. Südafrikas Weinbauverband rechnet damit, dass sich die Zahl der Weinbaubetriebe reduzieren wird und innerhalb dieses und des nächsten Jahres bis zu 80 Betriebe ihre Türen schließen müssen. Doch es wären nicht die Südafrikaner, würden sie nicht positiv denken und mit Zuversicht in die Zukunft schauen. Holen Sie sich ein Stück der Südafrikanischen Mentalität nach Hause und lesen Sie die Geschichte über das Nederburg Wine Estate ab Seite 34 in dieser Ausgabe. Sie werden mit Sicherheit Lust bekommen, dorthin zu reisen.

Ilka Lindemann, Chefredakteurin, [email protected]