Ausgabe 15/2020

Von Bierboom und Schnutenpullis
Getränke Zeitung Cover 15-16/2020 (Foto: Foto: czchampz - stock.adobe.com)

Heilige Dreifaltigkeit: Was sind derzeit die besten Maßnahmen gegen das CoronaVirus? Abstand, Maske und Hygiene. Dass die Diskussion über die Sinnhaftigkeit des Schnutenpullis – losgetreten von Meckpomms Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) – plötzlich als Problem behandelt wird, ist erstaunlich. Die Gesichtsmaske ist Teil der Lösung, nicht das Problem, auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Allein die Lufthansa hat während des dreimonatigen Lockdowns einen Verlust von 2,1 Milliarden Euro anghäuft. Schuld an dem Desaster war das Virus, nicht die Vermummung. Meine Kollegin Caroline Hennemann plädiert in ihrem Kommentar auf Seite 3 für den Minimalkonsens: Maskenpflicht und Distanz. Weil beides notwendig ist, solange das Virus wütet und es keinen Impfstoff gibt.

Jedenfalls hätte sich die Bitburger Braugruppe gewünscht, dass der Schnutenpulli in der Gastronomie mit Beginn der Pandemie seine Anwendung in der Gastronomie gefunden hätte. Dann wäre alles halb so schlimm. So aber zeichnet Unternehmens Chef Axel Dahm in diesem Jahr für den gesamten Außer-HausMarkt ein düsteres Szenario: Die Rede auf Seite 4 ist von einem Absatzverlust bei Bier zwischen 50 und 80 Prozent. Keine guten Zeiten für den Marktführer im Fassbierbereich.

Während in Bitburg die Lage ernst ist, scheint hoch im Norden die Sonne, und zwar in doppelter Hinsicht, wenn man Flensburger Brauerei-Chef Andreas Tembrockhaus zuhört. Die Bügelflaschen werden aufgrund der hohen Nachfrage knapp. Im aktuellen Interview (nebenan) hofft der pfiffige Braumanager, mit einem „blauen Auge“ davon zu kommen in diesem Jahr. Wohl den Brauereien, die Flaschenbier verkaufen und wo die Sonne scheint. 

Goldene Zeiten herrschen derzeit beim Thema Artikelstammdaten (Seite 6). Sie sind das wahre Gold des 21. Jahrhunderts. Entscheidend dabei ist deren Qualität. Wer von den B2B-Plattformen den richtigen Schlüssel dazu findet, dem wird Erfolg beschieden sein.

Wir verabschieden uns bis zum 27. August in die Sommerpause. Bleiben Sie der GZ treu!

Pierre Pfeiffer
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