Liebesbier Geschäftsführer Thomas Wenk, die neue Kollegin Bella und Brauereichef Jeff Maisel (vlnr) (Foto: Liebesbier)
Liebesbier Geschäftsführer Thomas Wenk, die neue Kollegin Bella und Brauereichef Jeff Maisel (vlnr) (Foto: Liebesbier)

Zeitgeschenk statt Serviceersatz

Die Gastronomie der Zukunft können Gäste im “Liebesbier Restaurant & Bar” im fränkischen Bayreuth erleben. Dort setzt das Team mehr denn je auf persönlichen Kontakt, Gastlichkeit und einen hohen Servicegedanken – und nutzt dabei die moderne Technik in Form eines Service-Roboters. Doch wie passt das zusammen? 

Wer das Liebesbier Restaurant & Bar in Bayreuth besucht, staunt nicht schlecht: Seit einigen Wochen rollt Bella durch die Gänge, ein Service-Roboter, der die Servicekräfte bei der Arbeit unterstützt, sie jedoch keineswegs ersetzt. Anfangs noch skeptisch, ob ein solcher Roboter beim Team Akzeptanz findet, wurde der Service-Roboter BellaBot von Thomas Wenk, einem der Geschäftsführer des Liebesbiers, nach der Entdeckung auf der Internorga in Hamburg für eine Testphase bestellt.

Zu Beginn war das Team zurückhaltend, haben Gastlichkeit und Kontakt zu den Gästen im Liebesbier doch einen hohen Stellenwert, weshalb in diesen Bereichen die Nutzung eines Roboters keine Option sein konnte. Doch mittlerweile ist Bella, wie sie im Liebesbier genannt wird, ein fester Bestandteil der Crew. Das betont auch Mathias Locker, Küchenchef im Liebesbier: „Die Integration lief schnell, denn Bella ist eine enorme Arbeitserleichterung für unser Servicepersonal“.

Sie soll dabei niemanden ersetzen, sondern den Servicekräften unter die Arme greifen und sie beim Auf- und Abtragen der Speisen unterstützen. Sie sparen sich dadurch lange Wege und somit natürlich auch Zeit. Zeit, die sie dann wiederum in die Betreuung und Beratung der Gäste investieren können. Denn Bella kümmert sich nur um die „Lieferung“ – serviert wird das Essen weiterhin vom Service. 

Ein Kommentar von Benjamin Brouër, stv. Chefredakteur fizzz, zum Thema Vor- und Nachteile von Robotern in der Gastronomie und über den unersetzlichen menschlichen Faktor.

Bella ist nicht nur eine Erleichterung für das Team, sondern bietet auch den Gästen besondere Unterhaltung. Sie sind begeistert von Bella und mittlerweile wird bereits bei Reservierungen gefragt, ob der Roboter die Bestellung bis zum Tisch bringen kann. Das Liebesbier-Team versucht das nach Möglichkeit umzusetzen, auch hier nur als Unterstützung. Alle Bereiche kann Bella sowieso noch nicht erreichen, denn das Treppensteigen liegt ihr nicht – noch nicht.

Mathias Locker und Thomas Wenk sind davon überzeugt, dass die Entwicklung der nächsten Generation von Service-Robotern in diese Richtung gehen wird. Schon jetzt ist die Technik beeindruckend: Bella scannt ihren Weg genau ab und kann so Hindernisse umgehen. Sie erkennt dabei auch sich bewegende Menschen, Hundepfoten und Taschen und bittet freundlich um Durchlass, wenn sie nicht vorbeikommt. Für Sympathie sorgt ebenfalls das „Gesicht” von Bella, das an das einer Katze erinnert. Wo sie hin muss, weiß Bella durch den Tischplan, den Mathias Locker zu Beginn einprogrammiert hat. Aufgeladen wird Bella über Nacht und kann dann tagsüber für etwa zehn bis zwölf Stunden eingesetzt werden, bevor die nächste Ladung notwendig wird.  

www.liebesbier.de

fizzz 10/2022

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