Vor allem bei der privaten Nachfrage geht es laut der Dehoga-Umfrage aufwärts. (Foto: Andrew Bayda - Adobe.Stock.com)
Vor allem bei der privaten Nachfrage geht es laut der Dehoga-Umfrage aufwärts. (Foto: Andrew Bayda - Adobe.Stock.com)

Tourismus und private Nachfrage verleihen Gastronomie einen Schub

Wie aus einer aktuelle Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga Bundesverband), an der sich vom 30. April bis 4. Mai insgesamt 3.400 gastgewerbliche Betriebe aus ganz Deutschland beteiligt haben, hervorgeht, zieht die Nachfrage im Gastgewerbe seit dem Wegfall der Corona-Auflagen wieder an. Demnach habe der Umsatz im April zwar 17 Prozent unter dem Niveau vom April 2019 gelegen, im März sei der Verlust im Vergleich zum März vor drei Jahren mit 27,5 Prozent jedoch viel gravierender ausgefallen. Den positiven Trend belege auch das Ostergeschäft, das in weiten Teilen der Branche erfreulich verlaufen sei: 43,2 Prozent der Unternehmer hätten es als „gut bis sehr gut“ bewertet, 33,2 Prozent hätten sich zufrieden gezeigt.

„Im Gastgewerbe wächst die Zuversicht“, sagt Dehoga-Präsident Guido Zöllick. „Die Streichung der Corona-Maßnahmen sorgt für Aufbruchstimmung bei Gastgebern wie Gästen. Die Menschen freuen sich, wieder ungezwungen ausgehen und reisen zu können.“

Während es laut den Umfrageergebnissen insbesondere bei privaten Treffen und touristischer Nachfrage aufwärts gehe, hinke die geschäftliche noch hinterher. Während im Hinblick auf private Buchungen 21,6 Prozent der Unternehmer die Lage als „schlecht bis sehr schlecht“ bewerteten, seien es im Businessbereich mit 46,4 Prozent mehr als doppelt so viel und damit fast jeder zweite. „Vor dem Hintergrund der weiter sinkenden Corona-Zahlen gehen wir davon aus, dass auch das Firmengeschäft wieder an Fahrt gewinnt“, kommentier Zöllick. Wichtige Signale seien die großen Messen, die bundesweit wieder stattfänden und auch internationale Gäste in die Städte zurückbrächten.

Zunehmend Sorgen machten den Unternehmern allerdings die massiven Preissteigerungen und wachsenden Unsicherheiten. Als größte Herausforderungen nennen die Betriebe laut Umfrage die explodierenden Energiekosten (89,4 Prozent), gefolgt von steigenden Lebensmittelpreisen (86,8 Prozent) und Personalkosten (64,9 Prozent). „Für die Planungssicherheit unserer krisengeplagten Branche ist die Gewährleistung verlässlicher und finanzierbarer Energieversorgung dringend notwendig“, mahnt Zöllick

Die Pandemie habe das Gastgewerbe so stark getroffen wie kaum eine andere große Branche, sagt Zöllick und bekräftigt die Dehoga-Forderung nach Entfristung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes für Speisen in Restaurants. „Die Beibehaltung der 7-Prozent-Mehrwertsteuer auf Speisen ist für die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherung unserer Branche von zentraler Bedeutung.“ // Dehoga/chs

GZ 13/22

Titelseite Getränke Zeitung Nr. 13/2022 (Foto: Marco Kleebauer)

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