55,7 Prozent der Unternehmer sehen ihren Betrieb aktuell in seiner Existenz gefährdet. Bereits im November betrug der Umsatzverlust - 34,1 Prozent. (Adobe Stock)
55,7 Prozent der Unternehmer sehen ihren Betrieb aktuell in seiner Existenz gefährdet. Bereits im November betrug der Umsatzverlust - 34,1 Prozent. (Adobe Stock)

Gastronomie: Umsatzeinbruch von 50 Prozent

Der Umsatz der Gastronomiebranche sei im Dezember um die Hälfte gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 eingebrochen, erklärt DEHOGA-Präsident Guido Zöllick.

Dies sind die Ergebnisse der aktuellen Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband), die nach Aussagen des Verbandes die "katastrophalen Umsatzverluste" im für das Gastgewerbe besonders wichtigen Weihnachts- und Silvestergeschäft deutlich machen. 

Die Folgen laut Umfrage: 55,7 Prozent der Unternehmer sehen ihren Betrieb aktuell in seiner Existenz gefährdet. Bereits im November betrug der Umsatzverlust - 34,1 Prozent. „Vielfach sind Liquiditätsreserven aufgebraucht. Deshalb erwarten wir jetzt von der Politik, dass alle Unternehmen die notwendige finanzielle Unterstützung bekommen, die ihre Existenz und den Erhalt der Arbeitsplätze sichern“, so Zöllick.

Verantwortlich für die erheblichen Umsatzverluste seien die seit Wochen geltenden 2G- oder 2G-Plus-Zugangsregelungen, Kontaktbeschränkungen, Veranstaltungsverbote, Sperrzeitregelungen sowie Schließungen von Clubs und Discotheken. „Die Verschärfungen bei den Corona-Regeln treffen die Branche erneut sehr hart“, sagt Zöllick.

Gemäß der DEHOGA-Umfrage belaufe sich der Umsatzrückgang für das Gesamtjahr 2021 im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 auf durchschnittlich 41,0 Prozent. Zu den aktuell größten Herausforderungen zählten die Unternehmer laut Umfrage: Einschränkungen durch Verordnungen (77,2%), Absage von Veranstaltungen (64,9%), fehlende Nachfrage (60,2%), Mitarbeitergewinnung (44%), nicht ausreichende Hilfen (34,5%). 

Vor dem Bund-Länder-Treffen am Freitag fordert der DEHOGA-Präsident von der Politik keine Panikmache: „Weitere Einschränkungen wären fatal. Wir erwarten, dass die Corona-Schutzmaßnahmen verhältnismäßig und für das Gastgewerbe umsetzbar bleiben. Wenn die Umsätze niedriger sind als die laufenden Kosten, lohnt sich die Öffnung einfach nicht mehr.“ //pip

GZ 01/22

Titelseite Getränke Zeitung Nr. 01-02/2022 (Fotomontage: Patrick Rubik)

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