Auch nach der Wiedereröffnung bleiben die Zeiten für das Gastgewerbe hart. (Foto: Christoph Assmann/Berlin)
Auch nach der Wiedereröffnung bleiben die Zeiten für das Gastgewerbe hart. (Foto: Christoph Assmann/Berlin)

DeHoGa-Umfrage: Weiterhin hohe Umsatzverluste im Gastgewerbe

Nach einer neuen Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DeHoGa) sieht es trotz der Wiedereröffnung für das Gastgewerbe im Vergleich zur Vor-Coronazeit schlecht aus. DeHoGa-Präsident Guido Zöllick begrüßt daher den Vorstoß von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zur Verlängerung der Überbrückungshilfen.

Die Lage im Gastgewerbe bleibe trotz der stufenweisen Öffnungen der Betriebe angespannt. Im Juni verzeichne die Hotels und Restaurants Umsatzeinbußen von 35,7 Prozent im Vergleich zum Juni 2019. Das gehe aus einer aktuellen Branchenumfrage hervor, die der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DeHoGa Bundesverband) am Dienstag in Berlin veröffentlicht hat. „Kaum eine Branche war von den massiven Corona-Einschränkungen so hart betroffen wie das Gastgewerbe“, erklärt DeHoGa-Präsident Guido Zöllick. „Nach insgesamt neun Monaten Lockdown erholen sich die Betriebe nur langsam von den verheerenden Folgen der Pandemie.“

Eventcatering, Clubs und Discos besonders betroffen

Dabei gäbe es große Unterschiede zwischen den einzelnen Betriebstypen. In den Beherbergungsbetrieben seien die Umsätze um 36,7 Prozent gesunken. In der Gastronomie weisen mit 29,8 Prozent die speisengeprägten Betriebe wie Restaurants, Imbisse und Eisdielen die geringsten Umsatzverluste auf, heißt es seitens des DeHoGa. In der getränkegeprägten Gastronomie würden die Einbußen überproportionale 41,9 Prozent betragen. Am stärksten unter den Corona-Folgen litten weiterhin das Eventcatering mit 72,9 Prozent sowie die Clubs und Diskotheken mit 88,8 Prozent. „Die Zahlen verdeutlichen, dass sich relevante Teile der Branche mit immer noch hohen zweistelligen Verlusten im Existenzkampf befinden“, sagt Zöllick. Es stehe zu befürchten, dass diese Betriebe auch im dritten und vierten Quartal mit erheblichen Umsatzverlusten konfrontiert seien. „Deshalb begrüßen wir einmal mehr die aktuelle Ankündigung von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, sich für die Verlängerung der Überbrückungshilfe III einzusetzen.“ Mit Blick auf die Krisenfolgen habe der DeHoGa bereits mehrfach eine Verlängerung der Überbrückungshilfe für betroffene Betriebe bis Jahresende angemahnt.

Normalbetrieb sei in einem Jahr möglich

Mit den Krisenfolgen werde die Branche noch lange zu ringen haben, heißt es weiter. So würden die Unternehmer damit rechnen, dass erst in zwölf Monaten wieder Normalbetrieb wie vor der Krise in ihren Betrieben herrsche. Zu den finanziell größten Herausforderungen für die Betriebe würden aktuell die Rückzahlung von Hausbank- und KfW-Krediten, die möglicherweise drohende Rückzahlung von Soforthilfen sowie fällige Zahlungen gestundeter Mieten und Pachten, von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen zählen. Mit Blick auf die gewaltigen Herausforderungen appelliert Zöllick an die Politik: „Von ganz zentraler Bedeutung ist es jetzt, dass die politisch Verantwortlichen im Bund und in den Ländern dafür Sorge tragen, dass unsere Betriebe dauerhaft geöffnet bleiben. Mehr denn je benötigt die Branche verlässliche Zukunftsperspektiven.“ Darüber hinaus dürfe bei den Impfungen nicht nachgelassen werden. „Mit einer hohen Impfquote wird die beste Voraussetzung dafür geschaffen, einen erneuten Lockdown zu verhindern“, so Zöllick. „Deswegen gilt es, noch mehr Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit zu leisten.“

An der Blitz-Umfrage des DeHoGa-Bundesverbandes zur wirtschaftlichen Lage beteiligten sich laut verbandseigenen Angaben in der Zeit vom 1. bis 5. Juli 3.300 gastgewerbliche Betriebe. //lhw

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Ausgabe 15/2021

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