Ein Kommentar von Benjamin Brouër, stv. Chefredakteur (Foto: Ad Lumina/Ralf Ziegler)
Ein Kommentar von Benjamin Brouër, stv. Chefredakteur (Foto: Ad Lumina/Ralf Ziegler)

Kommentar: Raus damit!?

Brouërs Corner
 

Raus damit!?
 

Die Gastronomie muss mit ihrem Angebot dort hin, wo die Gäste sind, heißt es aktuell immer wieder. Also nach Hause zum Beispiel, oder in den Park. Oder gleich in den Handel (mehr zu 'Gastro goes Retail' in der aktuellen Printausgabe).

Letzteres kann eine ebenso große Chance sein wie eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Denn der Schritt bedeutet auch, dass die Gäste zu Kunden, zu Konsumenten werden. Was auf einmal fehlt, sind alle ur-gastronomischen Faktoren wie Ambiente, Stimmung, Kommunikation, die kleine Schwächen an anderer Stelle im Zweifel wettmachen können. Im Handel ist das Produkt ein Produkt, ganz auf sich allein gestellt.

Sicher, die hoffentlich positiv aufgeladene Marke spielt als Absender eine Rolle, zumindest beim Erstkauf, sie weckt Bilder, ruft Erwartungen hervor. Dann aber kommt es auf die Qualität an, und nur auf diese. Stimmt sie (dauerhaft!), ist alles gut.

Stimmt sie nicht, etwa weil die Produktion extern ausgelagert werden muss und die Kontrolle aus der Hand gegeben wird, droht mehr als ein Scheitern an der Handelstheke. Dann droht die Beschädigung dessen, was Basis des Ausflugs ist: des gastronomischen Kerngeschäfts.
 


Benjamin Brouër
Stv. Chefredakteur fizzz
[email protected]

fizzz 12/2021

Fizzz #12-2021

Themen der Ausgabe

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Psychologin, Gastronomin, Unternehmerin – Nikki Lukas ist angetreten, mit „Greenkarma“ den Salatgenuss zu perfektionieren. Die Expansion hat sie fest im Blick.

Modern Tea Culture

Frische Optik, innovative Drinkideen, junges Auftreten – neue urbane Teebars lassen von sich hören und erneuern das Tee-Image.
Plus: Hot-Drink-News.

Zero Foodprint

Essen gehen und damit Klimaschutzprojekte fördern: die Initiative Zero Foodprint schafft eine neue Brücke zwischen Gastronomie und Landwirtschaft.