Patrick Kosmala, CEO der Gutscheinplattform PayNowEatLater
Patrick Kosmala, CEO der Gutscheinplattform PayNowEatLater

„Warum nicht einen Gutschein anbieten, der wirklich Gutes tut?“

Patrick Kosmala hat im ersten Lockdown die Gutscheinplattform PayNowEatLater mitgegründet, um Gastro-Konzepte zu unterstützen. Wir haben mit ihm über die Besonderheiten der Plattform gesprochen, die mittlerweile knapp 4000 Partner-Locations gewinnen konnte und den Anspruch hat, mit ihren Gutscheinen auch tatsächlich Gutes zu tun.

 

Die Gutschein-Plattform PayNowEatLater wurde im Lockdown gegründet, um die Gastronomie zu unterstützen. Wie wurde das Angebot angenommen und wie hat es sich inzwischen entwickelt?

Patrick Kosmala: „Wir haben PayNowEatLater im ersten Lockdown quasi über Nacht entwickelt, um den Gastros deutschlandweit eine zuverlässige Soforthilfe zu bieten. Aus dem spontanen Gedanken einer Initiative ist bis heute nicht nur ein vollwertiges Unternehmen geworden, welches sich komplett um die Gutscheinabwicklung in der Gastronomie kümmert – mit knapp 4.000 Partnerinnen und Partnern deutschlandweit sind wir auch die Nummer 1 für Restaurantgutscheinverkäufe. Mittlerweile haben auch viele Firmen das Potential erkannt: Sie laden ihre Mitarbeitenden mit unseren Gutscheinen zum Essen ein, unterstützen so die lokale Gastronomie und bringen viele, viele Neukundinnen und Neukunden in die Restaurants, Bars und Cafés. Zu sehen, wohin sich unsere Idee entwickelt hat, motiviert uns, die Gastronomie auch in Zukunft nachhaltig zu supporten.“

 

Wie finanziert sich der Service?

„Dass unsere Gastros nicht mit unabsehbaren Kosten konfrontiert werden, war uns von Anfang an wichtig. Wir wissen, dass für Kassensysteme, Reservierungstools und Co. schon viele Kosten anfallen und wollen den Servicegedanken für unsere Partnerinnen und Partner fair umsetzen. Wir stehen im engen Austausch mit unseren Gastros und haben uns nach vielen Gesprächen und Brainstormings für dieses System entschieden:

Auf PayNowEatLater als Gastronomie einen Onlineshop zu haben, kostet erstmal nichts. Erst, wenn Gutscheine verkauft werden, kommt unsere Payment-Gebühr von 3.5% ins Spiel: wir zahlen nach Gutscheinkauf wöchentlich das Geld aus und ziehen von diesem Betrag die Provision ab. Mit dieser decken wir unsere Kosten für die Zahlungsanbieter – Kreditkarte, PayPal, EC-Zahlung, das System ist den Partnerinnen und Partnern ja bekannt.

Für uns als Unternehmen sind vor Allem die Firmenkundinnen und Kunden wichtig. Für das Design der individuellen Gutscheine, die Abwicklung und den Service fallen Extrakosten und Gebühren an, mit denen wir uns finanzieren können und auch in Zukunft weiterhin finanzieren wollen.“

„Wir sind Foodies durch und durch - wir kennen uns aus und haben einen gewissen Anspruch an Kulinarik.“

Gibt es besondere Voraussetzungen, um als Gastronomiebetrieb bei PayNowEatLater dabei zu sein und wie funktioniert die Zusammenarbeit?

„Ich glaube, wir können mit gutem Gewissen behaupten, dass wir im Team alle Foodies durch und durch sind – wir kennen uns aus und haben einen gewissen Anspruch an Kulinarik. Das wollen wir auch mit unserer Plattform vermitteln. Dass unsere Kundinnen und Kunden verstehen: Hey, hier bekomme ich Gutscheine für die Creme de lá Creme an Restaurants in ganz Deutschland. Wir haben ein gutes Netzwerk in der Foodszene, kennen viele unserer Partnerinnen und Partner persönlich und haben festgestellt, dass wir momentan eine durchschnittliche Bewertung von 4,5 Sternen von all unseren Gastros bei Google haben – das macht richtig stolz!

Per se ist das Wichtigste, um bei PayNowEatLater dabei zu sein, eine Gastronomie in Deutschland zu besitzen. Das kann ein Café, eine Bar, ein Restaurant oder auch ein Weinladen sein. Nach der unkomplizierten Anmeldung setzen wir einen Onlineshop auf, sprechen darüber, ob analoge Gutscheine auch interessant sein können (denn hier kümmern wir uns gerne um das Design) und schon kann es losgehen!

Übrigens: Jeder Partner hat ein eigenes Login, in dem er übersichtlich alle Statistiken zu Kauf und Einlösung, Marketingmaterialien und Abrechnungen für die Buchhaltung einsehen kann. Das kommt tatsächlich sehr gut an und ist für monatliche Auswertungen super interessant.“

Patrick Kosmala
Patrick Kosmala

„Es geht darum, Erinnerungen zu schaffen und eine gute, gemeinsame Zeit zu haben.“

Patrick Kosmala
CEO PayNowEatLater

Von jedem bei PayNowEatLater gekauftem Gutschein gehen 1,10 Euro an die Welthungerhilfe, welche Summe konnte seit der Gründung gespendet werden?

„Nachdem wir gesehen haben, dass Gutscheine sowohl für Gastronomien als auch für Endkundinnen und Kunden ein echtes Thema sind, haben wir uns gefragt, ob wir das Ganze nicht noch weiterspinnen können. Warum nicht einen Gutschein anbieten, der wirklich Gutes tut? Wir haben gemerkt, dass wir die Gastronomie stützen konnten und wollten größer denken. Nach viel Recherche und Gesprächen haben wir uns für die Zusammenarbeit mit der Welthungerhilfe entschieden. So reichen wir pro verkauftem Gutschein 1,10 Euro nach Malawi weiter und setzen uns so für mehr Bildung, Chancengleichheit & Gerechtigkeit ein. Wir haben die Aktion im November gestartet und haben bis heute eine hohe fünfstellige Summe sammeln können. Diese Summe hat uns so positiv überrascht und bekräftigt uns jeden Tag in unseren Entscheidungen rund um PayNowEatLater.“

 

Wie sehen Sie die weitere Entwicklung von PayNowEatLater, was sind Ihre Zukunftspläne?

„Die letzten zwei Jahre haben PayNowEatLater als Unternehmen, uns als Team und unsere Vision erst richtig geformt und gezeigt, in welche Richtung es gehen soll. Support your locals stand von Anfang an zu 100 % im Fokus, doch wir haben noch etwas erkannt: Restaurantgutscheine verbinden Menschen. Ob Teams, die sich über die Einladung zum Essen von der Firma freuen oder die Clique, die die Gutscheine als gemeinsames Treffen einsetzt – im Endeffekt geht es immer darum, Erinnerungen zu schaffen und eine gute, gemeinsame Zeit zu haben. Bei 2.750 Gastronomien ist dabei auf jeden Fall für jeden Geschmack etwas dabei und auch das soll ein Ziel für die Zukunft sein: Wir wollen die breite Essenskultur in Deutschland abbilden und den Horizont unserer Kundinnen und Kunden erweitern. Wenn wir dabei weiterhin die größte Gutscheinplattform für die Gastronomie bleiben – umso schöner!“

Schlagworte

fizzz 12/2022

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