Stephan Hentschel von Cookies Cream, Berlin (Foto: Marcus Zumbansen)
Stephan Hentschel von Cookies Cream, Berlin (Foto: Marcus Zumbansen)

Interview: So gelingt das Ready-to-cook-Angebot

Ein Fine-Dining-Menü in Dinner-Atmosphäre zuhause – das versprechen Ready-to-cook-Angebote aus hochkarätigen Restaurants. Sternekoch Stephan Hentschel bietet mit seinem „Cookies Cream“-Team seit dem ersten Lockdown solche Menüs an. Im Interview verrät er, wie das Ready-to-cook-Angebot erfolgreich wird.

Was sollte bei der Planung von Ready-to-cook-Menüs berücksichtigt werden?
Um zuverlässig planen zu können, wechseln wir unser Menü nur alle vier bis sechs Wochen. Dafür haben wir immer drei Optionen gleichzeitig im Angebot. Außerdem bietet es sich an, das Menü in enger Absprache mit den Lieferanten, oder in unserem Fall direkt mit den Bauern, abzusprechen. Denn wir wollen das verarbeiten, was verfügbar ist und vielleicht sogar weg muss.

Worauf muss man bei der Zubereitung der Menüs achten?
Sinnvoll sind in jedem Fall Gerichte, die mit wenigen Handgriffen finalisiert werden können. Wir haben meistens zwei Komponenten für jeden der vier Gänge, die im vakuumierten Beutel im Wasserbad erhitzt werden. Das Motto ist: Hochwertige, exklusive Lebensmittel, die an sich schon besonders sind und keiner Deko bedürfen. Aber auch Gimmicks wie Artischockenchips werten das Menü auf und können gut vorbereitet und transportiert werden.
 

Cookies Cream Gerichte im Ready-to-cook-Menü (Foto: pewpew.productions)
Cookies Cream Gerichte im Ready-to-cook-Menü (Foto: pewpew.productions)

Wie lässt sich dem Kunden am besten die Zubereitung vermitteln?
Zu jedem Menü liefern wir eine Video-Anleitung, die über einen QR-Code aufgerufen wird. Dadurch wird das Ganze noch exklusiver. Unsere Erfahrung zeigt, dass kurze Videos von etwa 3 Minuten am besten funktionieren. Die Videos produziert unser Eventteam. Wer keine Möglichkeit hat, zu drehen, kann aber auch auf schriftliche Anleitungen zurückgreifen. Wenn die Zubereitung simpel ist, genügt das in aller Regel.

Welche Verpackungen eignen sich besonders gut?
Alles, was erhitzt werden muss, kommt im Vakuumierbeutel. Die gibt es bisher leider nur aus Plastik. Weitere Komponenten liefern wir in nachhaltigen Verpackungen aus Melasse. Das ganze Menü wird dann im Papierbeutel (innerhalb von Berlin) oder im Pappkarton (bundesweit) mit Isoliermatte ausgeliefert.

Wie lässt sich der Versand organisieren?
Expressversand ist hier unerlässlich. Der liefert innerhalb von 24 Stunden deutschlandweit. Das kostet unsere Kunden zwar 20 Euro, bisher hatte dafür aber jeder Verständnis. Ein hochwertiges Ready-to-cook-Menü wird schließlich ohnehin nur zu besonderen Anlässen bestellt.