Ingo Wessel, Hospitality Development, zuständig für die Gastronomieentwicklung auf der BUGA 23 Mannheim
Ingo Wessel, Hospitality Development, zuständig für die Gastronomieentwicklung auf der BUGA 23 Mannheim

BUGA 23, Mannheim: Gastro-Partner gesucht

Im April 2023 startet in Mannheim die Bundesgartenschau. Schon jetzt sucht die Stadt Partner für besondere Gastronomieflächen, um die Betreiber möglichst früh in die Planung einzubeziehen. Wir haben mit Ingo Wessel, Hospitality Development, gesprochen, der für die Gastronomieentwicklung auf der BUGA 23 Mannheim zuständig ist.

Wie sieht das Gastronomiekonzept der BUGA 23 aus?

Ingo Wessel: Die Bundesgartenschau 23 in Mannheim hat den Anspruch, die nachhaltigste BUGA aller Zeiten zu werden, und damit auch gastronomisch sehr nachhaltig zu sein. Eine Besonderheit ist, dass das Areal aus zwei getrennten Geländeteilen besteht, die unter anderem über eine Kabinen-Seilbahn miteinander verbunden sein werden: Das Spinelli-Gelände, ein ehemaliger Stützpunkt des US-Militärs, und der Luisenpark, der seit Jahrzehnten zu den schönsten Stadtgärten Deutschlands gehört. Wenn die Besucher in der Seilbahn über den Neckar und die umliegenden Grünflächen schweben, werden sie Gärten und Landwirtschaftsflächen sehen, in denen Lebensmittel für die BUGA-Gastronomie angebaut werden. Doch die Gastronomie wird nicht nur im ökologischen Sinn nachhaltig sein, die großen neuen Betriebe werden über die BUGA hinaus erhalten und über Jahrzehnte hinaus Bestand haben. Hierfür sollen jetzt Partner gefunden und in die Planung mit einbezogen werden.

Für welche Gastronomiebetriebe sucht die BUGA 23 wie viele Partner?

Ingo Wessel: Aktuell suchen wir zwei bis drei Partner, die das Restaurant Neue Parkmitte im Luisenpark (rd. 220 Plätze innen, jeweils plus außen) sowie das Green Restaurant (300 Pl. innen) und den Grill (130 Pl.) und das Experimental-Restaurant (80 Pl. innen) in der U-Halle auf dem Spinelli-Gelände langfristig betreiben. Ein Gesamt-Partner für die U-Halle wäre auch eine Option. Wichtig ist, dass dort eine gewisse Vielfalt entsteht, vom einfachen, bürgernahen Grillrestaurant mit Außenbereich bis hin zu einer experimentellen Gastronomie mit Chefs-Table, Gastköchen und anderen Ideen, die zeigen, was die Gastronomie heute und in Zukunft zu bieten hat. Das Green Restaurant und auch das Experimental soll auch als Veranstaltungslocation buchbar werden. Die späteren Betreiber der Flächen haben die Möglichkeit, sich schon jetzt einzubringen. Hierfür sind auch Investitionen notwendig, mit denen der Gastronomiepartner seine Vorstellungen zu Innenausstattung und Technik umsetzt.

Gibt es darüber hinaus auf dem Gelände weitere Gastronomieangebote?

Ingo Wessel: Für die Laufzeit der BUGA 23 wird es bei der sogenannten Heizzentrale einen temporären Biergarten geben und ein Green Bistro im Bereich der Themengärten. Dazu kommen drei Kioske. Diese Standorte werden im zweiten Schritt in diesem Herbst 2021 vergeben.

"Ein Bewerber sollte ein funktionierendes, reichhaltiges Netzwerk von Partnern präsentieren."


Welche Rolle spielt die Gastronomie bei einer Bundesgartenschau und auf welche Größenordnung muss sich ein Betreiber dort einstellen?

Ingo Wessel: Gastronomie spielt auf einer Gartenschau, und nicht nur da, eine zunehmend wichtige Rolle. Insbesondere für die Dauerkarten-Besitzer ist die gastronomische Qualität von großer Bedeutung und ein zentraler Grund für ihren regelmäßigen Besuch. Erfahrungsgemäß steigen die Umsätze mit zunehmender Dauer der Gartenschau kontinuierlich an, was für die Betreiber sehr wichtig ist. Die Abläufe werden immer besser, ihre Bekanntheit steigt und das bietet ihnen eine optimale Voraussetzung, um auch nach der BUGA dauerhaft erfolgreich zu sein. Zur BUGA 23 in Mannheim werden rund 2,2 Millionen Besucher erwartet, das sind über 13.000 täglich, an starken Wochenenden sogar bis zu 25.000 Menschen am Tag. Wir reden hier von Millionenumsätzen und es ist spannend, sich dort zu engagieren, denn durch die Laufzeit der Pachtverträge über die BUGA 23 hinaus rechnen sich auch die Investitionen weitaus besser.

Wie würden Sie die gastronomischen Wunschpartner beschreiben?

Ingo Wessel: Wir suchen Gastronomieprofis aus der Region, die ziemlich etabliert sowie gut vernetzt sind und über ihren eigenen Betrieb hinaus schon Erfahrungen gesammelt haben. Wir wünschen uns, dass unter dem Dach des Betreibers weitere lokale Akteure als Untermieter ein vielfältiges Gastronomieangebot umsetzen. Kleinere Spezialisten trauen sich ein so großes Projekt wie eine BUGA häufig nicht zu, daher setzen wir auf das Modell eines Hauptpartners mit logistischer und personeller Kapazität, der mit von ihm zusammengestellten lokalen Spezialisten, regionalen Produzenten und Lieferanten arbeitet, sie koordiniert und führt. Unsere Idealvorstellung ist ein 180 Tage dauerndes, qualitativ nachhaltiges Food-Festival. Die BUGA 23 wird dafür ein sehr attraktives Pachtmodell anbieten.

Welche Tipps haben Sie für Bewerber, was ist von zentraler Bedeutung?

Ein Bewerber sollte ein funktionierendes, reichhaltiges Netzwerk von Partnern präsentieren. Sein Umsetzungskonzept sollte kreativ und flexibel sein und er sollte zeigen, dass er in der Lage ist, die Management- und Vorbereitungsprozess zu gestalten und über ausreichende Logistik- und Personalkapazität verfügen.

Bevor interessierte Gastronomen, Messebauer, Event-Veranstalter und Ausstatter jetzt in die Konzeption für eine Bewerbung gehen, sollten sie über die Homepage der BUGA 23 www.buga23.de Kontakt mit uns aufnehmen, sich detailliere Pläne zuschicken lassen, bei einem Ortstermin das Gelände in Augenschein nehmen und mit uns ein Vorgespräch führen.

(Interview: Barbara Becker)