Japanisch inspirierte Brasserie mit Wohlfühlcharakter - das November im Berliner Kollwitzkiez (Foto: Nils Hasenau)
Japanisch inspirierte Brasserie mit Wohlfühlcharakter - das November im Berliner Kollwitzkiez (Foto: Nils Hasenau)

November, Berlin

Internationales Ensemble

Text: Jan-Peter Wulf

Vom Vorgänger, der anno 1993 eröffnete, sind fünf Dinge übrig geblieben: Der Name, der polierte Holzfußboden, die Stuckdecken, einige Wandpaneele – und das Wiener Schnitzel auf der Karte. Ansonsten jedoch ist die Ecklocation im Kollwitzkiez kaum wiederzuerkennen. Aus einem kiezigen Café-Restaurant ist eine japanisch inspirierte Brasserie geworden: Warme, erdige Farben von Sand bis Creme, massives Eichenholz gepaart mit Kacheln, Möbeln im Bauhaus- und Midcentury-Stil zeichnen das angenehme Interieur aus. Farbakzente setzen unter anderem die Bilder, die der Designer Dave Komar eigens für das Restaurant gemalt hat – zusammen mit Geschäftsführer Alexander Slobine gestaltete er auch die Inneneinrichtung der Location.
 

Restaurantmanager Artiom Gudinskiy, Barchef Vasily Sapunkov, Küchenchefin Hanna Papruha und Sushi-Chef Ruslan Kim (Foto: Nils Hasenau)
Restaurantmanager Artiom Gudinskiy, Barchef Vasily Sapunkov, Küchenchefin Hanna Papruha und Sushi-Chef Ruslan Kim (Foto: Nils Hasenau)

Slobine ist in Berlin kein Unbekannter: Ihm gehören auch das Fischrestaurant „The Catch“ in Charlottenburg (eröffnet 2019) sowie in seiner Heimat Riga vier weitere Gastro-Betriebe. Das „November“ bietet übrigens gleich drei Gastro-Profis, die jeweils gleich doppelt fliehen mussten, eine neue Betätigungsmöglichkeit: Restaurantmanager Artiom Gudinskiy, Küchenchefin Hanna Papruha und Barchef Vasily Sapunkov, der in Minsk die „Kew London Bar“ betrieb, stammen aus Belarus und flohen von dort in die Ukraine … nur um das Land aus bekannten Gründen bald erneut verlassen zu müssen.

Eine Auswahl der Gerichte im November (Foto: Nils Hasenau)
Eine Auswahl der Gerichte im November (Foto: Nils Hasenau)
Sushi-Chef Kim kredenzt feinste Rohfisch-Spezialitäten (Foto: Nils Hasenau)
Sushi-Chef Kim kredenzt feinste Rohfisch-Spezialitäten (Foto: Nils Hasenau)

In der Ukraine wuchs auch der Sushi-Chef des Hauses Ruslan Kim auf, gebürtiger Koreaner und zuletzt im Berliner „Sumosan“ tätig. Aus seiner Hand stammen die Rohfisch-Spezialitäten vom Lachs-Tataki bis zu aufmerksamkeitsstark angerichteten Fischen wie Heilbutt oder Goldbrasse im Ganzen. Weiters finden sich Entenbrust mit Pak Choi und Sancho-Sauce oder Spatchcock-Hühnchen mit Pfefferglasur auf der Abendkarte. Zum Lunch/Brunch gibt es u. a. ein knuspriges Hähnchen-Sando und herzhafte Udon-Nudeln mit Pecorino und Parmesan. Drei ausgewählte Cocktails wie den „Mimasia“ mit Mandarine, Calamansi, Kaffirlimette und Schaumwein gibt’s schon dann, abends kommen acht weitere hinzu. Ausgewählte Weine inklusive Naturweinen sowie Sake und Shochu runden die Karte ab. Und wer möchte, bekommt natürlich auch Bier – japanisches und berlinerisches. So viel Brasserie muss sein.

November
Husemannstraße 15
10435 Berlin 
www.november.berlin

Naturwein-Spezialitäten stehen im Fokus des Getränkeangebots (Foto: Nils Hasenau)

Naturwein-Spezialitäten stehen im Fokus des Getränkeangebots (Foto: Nils Hasenau)

Aber auch kreative Drinks wie der Shiso High haben das Zeug zum Crowdpleaser im Restaurant (Foto: Nils Hasenau)

Aber auch kreative Drinks wie der Shiso High haben das Zeug zum Crowdpleaser im Restaurant (Foto: Nils Hasenau)

Die Ricotta Pancakes zum Dessert bilden den perfekten Abschluss (Foto: Nils Hasenau)

Die Ricotta Pancakes zum Dessert bilden den perfekten Abschluss (Foto: Nils Hasenau)

Eine großzügige umgrünte Außenterrasse erweitert das Territorium des November (Foto: Nils Hasenau)

Eine großzügige umgrünte Außenterrasse erweitert das Territorium des November (Foto: Nils Hasenau)

Schon viele Jahrzehnte besteht hier im Kollwitzkiez eine Gastronomie an der Ecke (Foto: Nils Hasenau)

Schon viele Jahrzehnte besteht hier im Kollwitzkiez eine Gastronomie an der Ecke (Foto: Nils Hasenau)

fizzz 11/2022

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