Am Hahn des neuen Lokals sind die eigenen Biere von Kurpfalzbräu, darunter "Helles", "Kellerbier" und "Ur-Weizen", aber auch Aktionsbiere oder saisonale Sude wie ein Eisbock. (Foto: Weldebräu)
Am Hahn des neuen Lokals sind die eigenen Biere von Kurpfalzbräu, darunter "Helles", "Kellerbier" und "Ur-Weizen", aber auch Aktionsbiere oder saisonale Sude wie ein Eisbock. (Foto: Weldebräu)

Nicht weit vom Stamm: Zum Grünen Baum, Schwetzingen

Seit dem Frühjahr geöffnet hat der Brauereiausschank von Kurpfalzbräu, direkt am Schwetzinger Schlossplatz, gestaltet von sicherer Hand - der Welde Braumanufaktur aus Plankstadt. Auf die Teller kommt zünftige, modern interpretierte Wirtshausküche. Ins Glas kommen fünf eigene Biere aus dem Fass und fünf aus der Flasche.

Sie haben einfach ein Händchen für Gastro, hier bei Welde. Nachdem die Braumanufaktur mit Sitz im badischen Plankstadt erst vor rund zwei Jahren ihr komplett renoviertes Brauhaus in der Schwetzinger Fußgängerzone präsentierte, öffnete Mitte Mai nun der neue Brauereiausschank ihrer traditionellen Marke Kurpfalzbräu seine Pforten. Zu finden ist das Wirtshaus nur einen Katzensprung vom Stammhaus, gelegen direkt am Schwetzinger Schlossplatz mit Blick auf das Barockschloss samt prächtigem Garten, das einst dem pfälzischen Kurfürsten als Sommerresidenz diente.

Platz nehmen: Auf der Schlossterrasse sitzt man mit Blick auf das Barockschloss samt Garten. (Foto: Weldebräu)
Platz nehmen: Auf der Schlossterrasse sitzt man mit Blick auf das Barockschloss samt Garten. (Foto: Weldebräu)

Wie schon beim Brauhaus, hat die Familie Spielmann keine Mühen gescheut und in das 1756 errichtete Gebäude investiert. Rund 600.000 Euro flossen in die aufwändige Rundumerneuerung. Ob Küche, Keller oder Gastraum – alles wurde saniert. Beim Umbau wurde auf Nachhaltigkeit geachtet, etwa Öko-Strom aus Wasserkraft verwendet und Plastik und Kunststoff vermieden, wo immer es möglich gewesen ist. Da die letzte Renovierung wohl gut 100 Jahre zurückliegt, habe es beim Umbau jedoch die eine oder andere unerwartete Überraschung gegeben, die auch zu Verzögerungen geführt hätten, berichtet Robert Nürnberger, Geschäftsführer des Ausschanks.

Der ebenerdige Schankraum klotzt nun vor allem mit viel gemütlichem Holz. Sowohl die üppige Theke als auch Boden, Tische und Stühle sind in warmen Brauntönen gehalten. Gäste haben die Qual der Wahl und können entweder an niedrigen Tischen oder auf hohen Hockern an langen, massiven Holztafeln Platz nehmen. Auch die Wände sind zu etwa zwei Dritteln mit Holz getäfelt, gekrönt von einem behaglichen Smaragdgrün. Urige Details wie Geweihe ziehen die Blicke auf sich, ebenso wie große Schwarz-weiß-Bilder der Brauerei-Ahnen, darunter Braumeister Hans Hirsch, von dem die Originalrezepte für die Kurpfalzbräu-Biere stammen. Auch das Familienwappen der Familie Hirsch prangt zart an der der getäfelten Wand. Ein Hingucker: Der hintere Teil der Schwemme, in dem sich auch ein großer Fernseher befindet, der etwa zum gemeinsamen Bundesliga-Fiebern einlädt, ist mit Glas überdacht. Bei gutem Wetter ist es jedoch ein Muss, sich auf der großen hell gepflasterten Schlossplatz-Terrasse niederzulassen und den Blick auf das prachtvolle Gemäuer zu genießen. 

Die Wände sind holzgetäfelt, kombiniert mit Grün wird so Behaglichkeit erzeugt. Foto: (Weldeberäu)
Die Wände sind holzgetäfelt, kombiniert mit Grün wird so Behaglichkeit erzeugt. Foto: (Weldeberäu)
Die Zutaten für die Gerichte wie das Freiland-Grillhähnchen stammen von regionalen Lieferanten. (Foto: Weldebräu)
Die Zutaten für die Gerichte wie das Freiland-Grillhähnchen stammen von regionalen Lieferanten. (Foto: Weldebräu)

Am Hahn sind die eigenen Biere von Kurpfalzbräu (Helles, Kellerbier, Ur-Weizen, Spezial), ergänzt um das Ur-Radler in der Flasche. Auch Das Welde No1 Slow Beer Pils sowie fünf alkoholfreie Welde-Sude stehen in der Karte. Wer besonders durstig ist, kann sich sein liebstes Fassbier auch gleich im Maßkrug ordern. Wem es nicht nach Gerstensaft zumute ist, greift einfach zu der Auswahl an Pfälzer Weinen, badischen Fruchtsäften, hausgemachten Limonaden, Eistees oder Bio-Kaffee. Auch die Longdrinks stehen nicht fertig gemixt in der Karte. Spirituose und Filler können nach Gutdünken frei kombiniert werden. Man soll sich schließlich wohlfühlen. Ganz wie daheim.

(Text: Caroline Hennemann-Sacherer)

Ausgabe 1/22

Cover Meiningers CRAFT 1/22 (Foto: Ben Fuchs Photography)

Themen der Ausgabe

TITEL_BERLINER BERG

Gesucht und gefunden: Sie treten an mit dem Prinzip „Tradition. Neugebraut“. Wollen nicht etwa das verrückteste Craftbier brauen, sondern das Pils für Berlin. Sie wollen eine Lücke schließen im Markt der Hauptstadt, ein Bindeglied sein zwischen zwei Welten. Im Mai 2021 haben Berliner Berg nach einigen Jahren der Suche ihre eigene Brauerei in Neukölln eröffnet.

TREND_HARD SELTZER

Happy Water: Vegan, wenig Alkohol und kaum Kalorien: Hard Seltzer heißt das neue Trendgetränk, das sich nach dem Hype in den USA jetzt in Deutschland etabliert. Auch hiesige Brauer sehen großes Potenzial in dieser neuen Kategorie und bescheren dem Markt vielversprechende Produkte

MARKEN_UNION BRAUEREI_UPDATE

Bremen in Wallung: Corona zum Trotz setzt die Union Brauerei auf Wachstum, will im Herbst 2022 einen weiteren Braubetrieb nebst Gastronomie in Bremen Hemelingen eröffnen – und die Brauhistorie der Hansestadt noch erlebbarer machen. Trotz Expansion wird sich die Brauerei weiterhin auf den lokalen Markt konzentrieren: „Hier gibt es für uns genug Potenzial."

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