Die frische gebackenen Pide lassen das Herz höher schlagen, andere Details erhöhen den Blutdruck.
Die frische gebackenen Pide lassen das Herz höher schlagen, andere Details erhöhen den Blutdruck.

Undercover: Bona'me, Hannover

Lob oder Tadel? Begeisterung oder Ernüchterung? Champ oder Loser? fizzz testet undercover:
Bona'me, Hannover

Dieser Artikel erschien erstmals in der Ausgabe #09-22 des fizzz Magazins. Die Einzelausgabe können Sie hier bestellen.

Traditionelle türkische und kurdische Gerichte in modernem Ambiente – damit feiert das Konzept „bona’me“ der Geschwister Dogan an aktuell acht Standorten in Deutschland Erfolg. Für das weitere Wachstum suchen die Gründer Franchisepartner und Innenstadtlagen in Städten ab 500.000 Einwohnern im Einzugsgebiet. Wir testen an einem sonnigen Montag im Juli das Restaurant am lebhaften Leibnizufer in Hannover. Trotz Wochenanfang ist das „bona’me“ gut besucht, die Platzsuche dennoch entspannt, denn die Location ist schlicht riesig.

Die Location bietet über 200 Sitzplätze - die Speisen holt man sich an den verschiedenen Stationen selbst ab.
Die Location bietet über 200 Sitzplätze - die Speisen holt man sich an den verschiedenen Stationen selbst ab.

Mehr als 200 Sitzplätze verteilen sich über 400 qm recht stimmungsvoll eingerichteten Gastraum. Die am Eingang ausgehändigte Buchungskarte zerstört jäh alle Hoffnungen auf einen gemütlichen Relax-Abend, denn das „bona’me“ funktioniert nach dem „Vapiano“-Prinzip. Für die Getränke und die verschiedenen Gerichte (Pide, Ciflik Sac, Makarna, Manti-Beyti, Mezze) muss man sich stets neu an einer eigenen Station anstellen, kehrt mit einer Armada an Pagern zum Platz zurück, ehe das Gelaufe von neuem beginnt. Ein stimmungskillendes Prinzip, das als überholt galt, nun angesichts der Personalnot aber doch wieder up-to-date ist? 

Die frische, luftig-leichte Pide ist ein Gedicht.
Die frische, luftig-leichte Pide ist ein Gedicht.
Die Beyti - dünn gerolltes Fladenbrot mit verschiedenen Füllungen - wird ansehnlich triefend serviert.
Die Beyti - dünn gerolltes Fladenbrot mit verschiedenen Füllungen - wird ansehnlich triefend serviert.

Jetzt aber ran an die gemischten Vorspeisen (Karişik Meze), ehe der nächste Pager am Nervenkostüm rüttelt. Die Platte zu 13,90 € entpuppt sich als durchaus schmackhafte, jedoch etwas diplastige Zusammenstellung. Nächste Chance: Karidesli Pide mit Garnelen und Spinat (11,90 €). Volltreffer! Der locker-leichte Pide-Teig kann es hinsichtlich Trendfaktor locker mit Pinsa & Co. aufnehmen. Den Durst stillt derweil ein Weizenbier mit Eiswürfeln, eine „kreative“ Mischung aus den bestellten Getränken Weizenbier und Eistee. Macht nix, denn da rüttelt schon unser Pager von der Beyti-Station, die dünn gerolltes Fladenbrot mit verschiedenen Füllungen, in unserem Fall etwas zu trocken geratene Hackfleischbällchen mit frischer Joghurtsoße und Peperoni-Minz-Öl (13,90 €), produziert. Den drohenden Teig-Overkill bekämpfen wir mit herrlich kaltem Raki und toll inszeniertem türkischen Mokka.

Ausklang: Türkischer Mokka wird im Bona'me stilecht zelebriert.
Ausklang: Türkischer Mokka wird im Bona'me stilecht zelebriert.

fizzz 12/2022

Themen der Ausgabe

Matthias Schneider & Remo Gianfrancesco, Frankfurt

Mit der „Cloud Eatery“ haben Matthias Schneider und Remo Gianfrancesco ein fortschrittliches Ghost-Kitchen-Konzept aus der Taufe gehoben. Die Krise der Betriebsgastronomie könnte ihnen den Weg nach oben ebnen.

City Special Toronto

Kanadas wirtschaftliches Epizentrum mausert sich auch kulinarisch zu einer echten Trendmetropole.

Mitarbeiterbeteiligung

Transparenz und Teilhabe entwickeln sich zu wichtigen Faktoren im Wettbewerb um Gastro-Talente.