Marksituation im Oktober 2021: Rücksetzer nach verheißungsvollem September. (Foto: BV GFGH)
Marksituation im Oktober 2021: Rücksetzer nach verheißungsvollem September. (Foto: BV GFGH)

Getränkefachgroßhandel liefert im Oktober weniger aus

Nachdem der GFGH-Index der Gedat für die Anzahl der Lieferstopps im September auf 96,8 Indexpunkte schoss, sank er im Oktober wieder auf 88,1. 

Der Wert liegt allerdings noch mehr als 3 Indexpunkte über dem Oktober des Vorjahres 2020 und ist damit leicht besser als die diesjährigen Sommermonate, meldet die Gedat Getränkedaten. Lieferstopps heißt nicht Liefermenge, denn, die abgesetzte Menge bleibe davon unbeeindruckt: So wiesen die deutschen Brauereien nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes im Oktober einen Mengenverlust von -3,6 Prozent (-209.603 Hektoliter versteuerter Inlandsabsatz ohne alkoholfreies Bier) im Vergleich zum Vorjahresmonat aus, erklärt die Gedat.

Gedat_Liefer_Index_Oktober_2021
Entwicklung der Anzahl belieferter Objekte von Oktober 2019 bis Oktober 2021

Das Jahr 2021 habe laut Gedat einen schwierigen Start gehabt, der im Lockdown begann. Dem einsetzenden Aufschwung der Belieferungen des Getränkefachgroßhandels an die Gastronomie ab Mai 2021 habe dann das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. So sei die Hochsaison im Sommer hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Der September habe einen Ausbruch auf erfreuliche 96,8 Indexpunkte gewagt. Damit habe der diesjährige September mit über 5 Punkten deutlich vor dem Vergleichsmonat des Corona-Jahres 2020 und nur knapp unter dem Vor-Corona-Jahr 2019 gelegen.

Dieses Jahr hätten vor allem in der Gastronomie neben den Einschränkungen durch Corona die schlechten Wetterverhältnisse dafür gesorgt, dass die Monate Juli und August sogar unter Vorjahr 2020 lagen. Obwohl der Index-Wert vom Juni 2021 mit starken Steigerungen zum Vormonat als auch im direkten Vorjahresvergleich Hoffnungen geweckt habe, seien diese im weiteren Zeitverlauf letztendlich nicht erfüllt worden. 

 

Verläufe von Geschäftstypen abhängig

Ein Blick auf die Betriebe nach Geschäftstyp zeige laut Gedat über die Zeit unterschiedliche Verläufe. Vor allem im zweiten Teil-Lockdown hätten die Gastronomiebetriebe mit Fokus auf Getränke über einen sehr langen Zeitraum sehr viel stärkere Rückgänge verkraften müssen  als die Betriebsformen mit Fokus auf Beherbergung oder Speisen. In der Getränkegastronomie sei der Tiefpunkt im Januar 2021 erreicht worden. So sei laut Gedat ein Rückgang von mehr als 90 Prozent der Belieferungen zum Referenzmonat Juni 2019 verzeichnet worden, die bis April 2021 auf niedrigem Niveau verweilten. Ab Mai 2021 sei eine überproportionale Erholung zu beobachten gewesen. So habe die Getränkegastronomie ihren Rückstand weitestgehend aufholen können und liege seit Juni nur knapp unterhalb der Werte von Speisegastronomie und Beherbergung. Im Oktober folge nun der Rücksetzer vom September, der den bisherigen Bestwert des Jahres 2021 bildet. //pip

GZ 26/21

Titelseite Getränke Zeitung Nr. 25/2021 (Foto: Rainer Fuhrmann - stock.adobe.com)

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