Alexander Scharf, Geschäftsführer der Gastro Urban GmbH aus Goslar mit zurzeit fünf Betrieben und über 90 Mitarbeitern
Alexander Scharf, Geschäftsführer der Gastro Urban GmbH aus Goslar mit zurzeit fünf Betrieben und über 90 Mitarbeitern

Nominiert für "Arbeitgeber des Jahres": Gastro Urban, Goslar

Der oft etwas mystisch klingende Begriff "New Work" ist heutzutage in aller Munde. Kaum jemand aber füllt das Thema neues Arbeiten in der Gastronomie so mit Leben wie Alexander Scharf, Geschäftsführer der Gastro Urban GmbH aus Goslar mit zurzeit fünf Betrieben und über 90 Mitarbeitern. Das Besondere: die Art und Weise, wie Scharf das Ganze systematisiert und damit transparent macht.    

Alexander Scharf und seine Führungskräfte
Alexander Scharf und seine Führungskräfte
Ein enger Draht zum Team bietet vor allem den Berufseinsteigern Orientierung.
Ein enger Draht zum Team bietet vor allem den Berufseinsteigern Orientierung.

Ein öffentlich abrufbares „Playbook“, ein Team-Handbuch, definiert die Grundlagen und Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit und des fairen, wertschätzenden Umgangs. Mit „I Love Gastro“ (www.ilovegastro.de) hat der Gastronom 2020 zusammen mit dem Bildungsträger „Luchs Akademie“ eine Initiative für die Branche gestartet, die das Reizthema Ausbildungsabbruch anfasst. In den Trainingsmodulen geht es um Selbstkompetenz, Fachsprache und Orientierung für die Berufseinsteiger, die Führungskräfte der teilnehmenden Betriebe wiederum erhalten Coachings. Innerhalb seines eigenen Unternehmens finden Weiterentwicklungs-Workshops für das Team derzeit fast täglich (!) statt, als externe Unterstützung hat Scharf den Berater und Trainer Frank Simmeth ins Boot geholt. Storytelling, Vermittlung von Kompetenzen und die Simulation von Gast-Mitarbeiter-Situationen sind einige Elemente der Arbeitseinheiten.

Fast täglich finden Weiterentwicklungs-Workshops statt
Fast täglich finden Weiterentwicklungs-Workshops statt

„Geben und Nehmen“ lautet das Prinzip: Was die Gastro Urban GmbH ihren Mitarbeitern zu bieten bzw. zu geben hat, wird in einem weiteren öffentlichen Dokument festgehalten: Stundenlöhne, bezahlte Überstunden, Einstiegsboni, Personalrabatte, Freizeitregelungen, finanzielle Anreize für Nichtraucher, aber auch Möglichkeiten der Weiterentwicklung finden sich darin – insgesamt 20 Punkte wurden definiert. „Das Nehmen muss man aber auch mitdefinieren“, so Scharf. Und so finden sich die Erwartungen des Unternehmens an seine Mitarbeiter ebenfalls in dem Dokument: gleicher Wissens- und Kenntnisstand, Beherrschen der Rezepturen (Küche) bzw. Speise- und Getränkekarten (Service), dynamisch auf die jeweilige Situation reagieren können, Anforderungen an das Erscheinungsbild im Dienst. „Stillschweigende Erwartungen funktionieren nicht. Du kannst nichts erwarten, was du deinen Leuten nicht kommunizierst“, so Scharf.

Events wie hier das Teamgrillen stärken den Zusammenhalt
Events wie hier das Teamgrillen stärken den Zusammenhalt
Boni und Rabatte gehören zu den attraktiven Benefits
Boni und Rabatte gehören zu den attraktiven Benefits

"Der Umfang der Dokumente (unsere Identität), die Workshops und die Transparenz sind nach meiner Erfahrung notwendig, um das Team tatsächlich erreichen und mitgestalten lassen zu können", erläutert Scharf. "Auf dieser Mitnahme basiert der Spirit unseres Teams, der aufgrund seiner Anziehung das Thema Fachkräftemangel hinter uns gelassen hat." Das Ziel sei ein Kulturwandel hin zu einem arbeitnehmerorientierten Unternehmen - den Weg dorthin skizziert Scharf in einem 12-seitigen Manifest. Der klar und bodenständig formulierte und kommunizierte New-Work-Ansatz mündet in wechselseitigem Vertrauen und einer positiven Arbeitskultur. Nur mit Wertschätzung, Positivität und einer guten Feedback-Kultur schaffe man ein Arbeitsumfeld, welches Freude und Erlebnisse für die Gäste erzeugen kann, so Scharf: „Und genau das suchen die Menschen. Wer, wenn nicht wir, kann ihnen dieses bieten?“

www.ilovegoslar.de
www.ilovegastro.de