Vergangenes Jahr wurde Rudi Kull vom "Brenner Bar & Grill" in München mit dem All Star Award ausgezeichnet (Foto: Leaders Club)
Vergangenes Jahr wurde Rudi Kull vom "Brenner Bar & Grill" in München mit dem All Star Award ausgezeichnet (Foto: Leaders Club)

Der Leaders Club Award kehrt zurück

Endlich geht es wieder um die begehrten Palmen: Der Leaders Club Award zählt zu den wichtigsten Preisen der deutschen und europäischen Gastronomie-Szene. Nach zweijähriger Pause, die 2021 zum 20. Jubiläum des Netzwerks in Deutschland mit der Verleihung des All Star Awards fulminant gefüllt wurde, gehen in diesem Jahr wieder sechs junge und innovative Konzepte nach regulärem Modus ins Rennen um die begehrte nationale Auszeichnung.

Am 18. November versammelt sich die Branche in der Zeche Zollverein in Essen, um über den Gewinner 2022 abzustimmen. Nominiert sind sowohl die neuesten Ideen etablierter Gastro-Größen wie auch aufregende Nachwuchs-Stars. Sechs Gastro-Konzepte, von denen die Jury aus Leaders Club-Expert*innen überzeugt ist, dass sie – jedes auf seine Art – Maßstäbe für die Zukunft der deutschen Hospitality- Landschaft setzen werden:

 

Butcha, Yasemin Baz, Oberhausen

Istanbuls beliebtestes Street Food soll endlich auch in Deutschland aus dem Schatten des Döners treten. Mit diesem Ziel ging Yasemin Baz Ende 2019 im CentrO Oberhausen mit ihrem Fresh Quickservice-Konzept „Butcha” an den Start. Im Mittelpunkt: Köfte, kräftig gewürzte Hackfleischbällchen aus reinem Rindfleisch, modern interpretiert, dabei an den mitteleuropäischen Gaumen angepasst und systemfähig gemacht. Und das fast ohne Convenience, denn bei Butcha wird bis hin zu den hausgemachten kalten und warmen Saucen so gut wie alles frisch vor Ort zubereitet. Herzstück ist der vor den Augen der Gäste
platzierte Lavasteingrill, an dem die insgesamt zwölf Mitarbeiter*innen das ausgesprochen vielseitige, gut aus der Hand zu essende und vor allem auch bei Kindern gefragte Produkt für den Verzehr aus dem Fladenbrot oder als Bowlvariante garen.

Der Name „Butcha” verweist ausdrücklich auf das Metzgerhandwerk, das hinter der gelebten Fleischkompetenz des Unternehmens steht. Die Multiplikation der Marke mit dem Bullenkopf im Logo hat Yasemin Baz unterstützt von ihren Töchtern Lale und Miray dabei von Anfang an mitgedacht. Die systematisierte Frische lasse sich durchaus auch im Restaurantformat mit eigenen Sitzplätzen und Service umsetzen, so die Unternehmerin.

www.facebook.com/butchadeutschland

 

Eatrenalin, Thomas Mack und Oliver Altherr, Rust

Ein Restaurant nicht nur für Adrenalin-Junkies! Bei einem Besuch des Voletarium im Europa-Park, einem aufregenden virtuellen Flug über europäische Länderwelten, kam Oliver Altherr, CEO Marché International, und Thomas Mack, Geschäftsführender Gesellschafter des Europa-Parks, die Idee: Wieso nicht eine solche Reise kombinieren mit einzigartiger Kulinarik, um ein Erlebnis zu schaffen, das alle Sinne anspricht und Emotionen weckt? Im Herbst 2022 ist es endlich soweit: Das visionäre Konzept Eatrenalin nimmt seine Gäste in Floating Chairs mit auf eine rund 100-minütige Reise durch sechs Räume und Geschichten. Emotionen, Staunen, Faszination versprechen die beiden erfahrenen Macher und eine nie dagewesene Dimension ganzheitlichen Genusses.

Eatrenalin definiert mit fein aufeinander abgestimmten geschmacklichen, olfaktorischen, physischen und audio-visuellen Elementen das gastronomische Erleben neu. Die Gäste erwartet ein außergewöhnliches Menü mit acht Gängen, begleitet von Getränkekreationen, wie edlen Champagnern und exklusive Weine, die Sommelier Marco Gerlach und Mixologe Jürgen Wörner ausgewählt haben. Verantwortlich für die kulinarische Exzellenz sind Küchenchef Pablo Montoro aus Spanien, der niederländische Sous Chef Ties
van Oosten und der französisch-österreichischen Chef Pâtissière Juliana Clementz. Das Menü ist eingebettet in ein aufregendes Theaterstück, in dem das Zusammenspiel aller Sinne eine tragende Rolle spielt. Das bis ins kleinste Detail inszenierte multisensorische Erlebnis folgt einem Drehbuch aus der Feder international renommierter Show Producer, Autoren und kreativer Köpfe um Regisseurin Katja Mack.

www.eatrenalin.de

Noch ist das Gelände Baustelle, doch bereits im kommenden Jahr soll auf dem Areal des Europa-Park in Rust mit dem "Eatrenalin" ein futuristisches Gastronomie-Event-Konzept eröffnen. 

Green Beetle, Michael und Clarissa Käfer, München

Käfer goes Green: Mit dem 2021 eröffneten „Green Beetle” setzt Feinkost-König Michael Käfer in München neue Maßstäbe in Bezug auf vegetarische und vegane Gastronomie. Ganz im Sinne der 2020 lancierten Initiative des Familienunternehmens ist das mit einem grünen Michelin-Stern ausgezeichnete Konzept konsequent auf Nachhaltigkeit abgestimmt – vom Teller bis zum Interieur. Auf Einwegprodukte wird ebenso verzichtet wie auf Tischdecken und Mülltüten aus Plastik. QR-Codes und Tablets ersetzen gedruckte Speisekarten, das Ambiente versteht sich als eindrucksvolle Synthese aus kompromissloser Moderne und Verbundenheit mit der Natur. Doch bei allem Fokus auf Ressourcenschonung und Gesundheit soll Green Beetle vor allem eines sein: ein Ort des entspannten Genusses, an dem man gemeinsam mit Freunden und Familie isst und trinkt und erlebt.

Unter der Ägide von Küchenchef Felix Adebahr entstehen aus regional und saisonal erzeugtem Gemüse, Früchten, Pilzen und Wurzeln aus ökologisch verantwortungsvollen Quellen gewürzt mit Kräutern aus dem Englischen Garten dank traditionell nachhaltiger Verarbeitung und Garmethoden Gerichte mit starken Aromen, überraschenden Geschmackserlebnissen und farblichen Akzenten. Keine 200 Meter vom Käfer Stammhaus entfernt, bietet das Green Beetle sowohl innen als auch auf der Terrasse ca. 70 Plätze. 40 bis 70 Gäste am Tag werden von 20 Mitarbeitern verwöhnt. Der Durchschnittsbon liegt zwischen 100 und 150 Euro.

Das „Green Beetle” wurde bereits bei den fizzz Awards 2022 in der Kategorie „Green Management” als eines von drei Konzepten nominiert.

www.feinkost-kaefer.de/greenbeetle

Das Familienunternehmen Käfer hat eine große Nachhaltigkeitsinitiative gestartet, die für die ganze Gruppe im Fokus steht. Leuchtturmprojekt ist das rein vegetarisch-vegane Restaurant „Green Beetle“, in dem vom Produktangebot über die Ausstattung und dem Müllmanagement bis zum Energiekonzept alles dem Umweltschutz untergeordnet ist. 

Nudel & Holz, Bastian Geuenich und Mats Geuenich, Düren

In Düren heißt es seit dem Sommer 2020 immer häufiger: Wir treffen uns im Nu! „Nu“ steht dabei als Abkürzung für die Pastabar Nudel & Holz der beiden Gründer Bastian und Mats Geuenich. Hier gibt es den italienischen Klassiker handgemacht und in all seiner Vielfältigkeit: Mehr als 1.000 verschiedene Varianten und Kombinationen sind im Baukastenprinzip aus Pasta, Sauce und Toppings ganz nach individueller Vorliebe bestellbar. Ergänzt wird das Angebot durch üppig belegte Bruschette, Salate und Süßes.

Auch bei den Drinks setzen die Brüder auf Abwechslung – im Glas landen neben hochwertigen Kaffeespezialitäten, kaltgepressten Säften und hausgemachten Limonaden auch rund 25 unterschiedliche Gins, dazu ausgewählte Aperitifs und Cocktails sowie Weine unter eigenem Label.

Wer nach Individualisierung, Gesundheit, Nachhaltigkeit und Digitalisierung sucht, is(s)t bei Nudel & Holz genau richtig. In der eigenen Manufaktur aus Hartweizengries und Ei beziehungsweise glutenfreiem Linsen-Mehl oder Gemüse hergestellt, enthalten die NU-deln nach dem selbstverordneten Reinheitsgebot nur hochwertige Zutaten mit nachvollziehbarer Herkunft und keinerlei Geschmacksverstärker. Fertig zubereitet können die Nudel & Holz-Speisen auch online vorbestellt und während der Öffnungszeiten von Montag bis Samstag zwischen 11.30 und 22 Uhr im Laden abgeholt werden. Auf 50 Sitzplätzen erlösen die Brüder mit 16 Mitarbeitern einen Durchschnittsbon zwischen 22 und 24 €. 90 Prozent der Umsätze entfallen auf das Restaurant, der Rest fließt durch private und B2B-Caterings in die Kasse.

Beim Gastro-Gründerpreis 2021 schaffte es Nudel & Holz bereits unter die Top 5.

www.nudelundholz.de

In einem spannenden Live-Pitch stellten zehn Gastro-Startups ihre Konzepte vor und die Jury hatte die schwierige Aufgabe, die Top 5 auszuwählen, die sich auf der Internorga der Branche präsentieren und um die attraktiven Hauptgewinne kämpfen dürfen.

Schreiberei, Tohru Nakamura und Marc Uebelherr, München

Lässig, aber gekonnt: So beschreibt Gastgeber Marc Uebelherr das Konzept der Schreiberei, das französisches Flair, japanische Fokussierung sowie Wertschätzung für Produkte mit einer kosmopolitischen Küche verbindet. Der neue Lieblingsort für Einheimische und Gourmettouristen befindet sich in der ehemaligen Stadtschreiberei, dem ältesten Bürgerhaus Münchens, und ist bereits die kulinarische Heimat von Uebelherrs Partner, Executive Chef und Managing Director Tohru Nakamura. Sein Fine Dining Restaurant „Tohru in der Schreiberei“ im ersten Stock wurde bereits unter anderem vom Guide Michelin mit zwei Sternen ausgezeichnet.

Seit Ende Juli wird das Gesamterlebnis von einem zweiten, modernen Restaurantkonzept im Erdgeschoss mit Innenhof und offener Küche komplettiert. Über einen eleganten Catwalk öffnet sich die Tür zum Innenhof mit rund 100 um den Brunnen im Zentrum gruppierten Sitzplätzen. Innen finden noch einmal knapp 100 Gäste Platz. Das Herzstück unter dem historischen Kreuzgewölbe ist die ovale Bar. Hier serviert Barchef David Lindner „Klassiker mit Twist“ als Signature Drinks.

Ausgangsbasis für die Kulinarik sind beste Produkte, kombiniert mit präzisem Handwerk. Die vielfach aus der französischen Küche stammenden und asiatisch inspirierten Ideen für die im Sharing-Prinzip angebotenen Speisen im Erdgeschoss der Schreiberei entwickelt Tohru Nakamura gemeinsam mit Küchenchef Tom Heeg. Flankiert werden sie von der Wein- und Champagnerauswahl, für die Restaurantleiter und Sommelier Max Haußmann verantwortlich zeichnet. Um dem Genuss den perfekten Rahmen zu bieten haben sich Uebelherr und Nakamura die renommierten Architekten Daniela Wilke und Daniel Hildmann ins Boot geholt.

In der Oktober-Ausgabe der fizzz haben wir der Schreiberei ein ausführliches Opening gewidmet.

schreiberei-muc.de

 

Yaya Bowls, Kevin Grote und Dennis Grote, Münster

Die Kulinarik der ganzen Welt in einer Schüssel: Für Kevin und Dennis Grote, Geschäftsführer der sieben GOP-Theater in Deutschland, ist jede ihrer Bowls eine multi-kulturelle Botschaft, zubereitet mit den einzigartigen Aromen und Zutaten von Hawaii bis Südafrika, von Südamerika bis Europa. Bei Yaya stellen die Gäste sich ihre ganz individuellen Kreationen zusammen, wobei gilt: Geht nicht, gibt s nicht. Die Yaya Bowls sind echte Energiespender und machen gute Laune. Nur ausgewählte frische und geprüfte Produkte aus möglichst regionalen Quellen kommen in die Schüssel.

Das Besondere im Yaya: An den sieben Wok-Stationen arbeiten keine Köche, sondern vollautomatische Roboter, die nach der Bestellung ganz nach Wunsch Basics wie Reis und Quinoa mit Toppings wie Gemüse oder Hühnchen mit fein abgestimmten Saucen mixen. So können sich die rund 20 Mitarbeiter*innen voll darauf konzentrieren, das Publikum mit Service und kompetenter Beratung glücklich zu machen. 1,5 Mio. € haben die Brüder in das am 1. Juni 2022 eröffnete 50-Plätze-Restaurant und die patentierten Yaya-Bots investiert. 200 bis 250 Gäste pro Tag bestaunen seitdem die erlebnisorientierte Mischung aus präziser Technologie und emotionalem „Made-for-me”-Appeal, verlässlich gleichbleibender Qualität und zeitlosem Design, die sie sich im Schnitt 15 € kosten lassen.

Ein deutschlandweites Franchise-System ist bereits in Planung. Es soll angesichts der Personalknappheit in der Branche eine Alternative bieten, bei der pro Schicht nur 2-3 Mitarbeiter*innen hinter dem Counter notwendig sind. Eine weitere Servicekraft unterstützt die Gäste beim Bestellprozess.

www.yaya-bowls.de

Gut zwei Jahre und mehr als zwei Millionen Euro hat die Entwicklung der Multifunktionsmaschine in Anspruch genommen, die im "Yaya - World of Bowls" die Speisenzubereitung revolutionieren soll. Die Multiplikation haben die Betreiber dabei fest im Blick.

Der Leaders Club Deutschland verleiht seit 2002 jährlich den Leaders Club Award an neue Gastronomie-Konzepte, die das Potenzial zum Trend haben. Wirtschaftliche und nachhaltige Markterfolge stehen bei der Auswahl der Nominierten durch den Expertenkreis des Leaders Clubs nicht im Fokus. Die Auszeichnung fördert das Ansehen der Branche, ist zugleich wichtiger Impulsgeber und hat sich zu einem herausragenden Highlight für die deutsche Gastronomie entwickelt. Mit bisherigen Gewinnern wie dem „East“ oder der „Bullerei“ in Hamburg, dem Pop-Up-Konzept „Pret à Diner“ oder der „Markthalle Neun“ in Berlin hat der Leaders Club bereits mehrfach sein Gespür für richtungsweisende Konzepte unter Beweis gestellt.

Mehr Infos: www.leadersclub.de

fizzz 12/2022

Themen der Ausgabe

Matthias Schneider & Remo Gianfrancesco, Frankfurt

Mit der „Cloud Eatery“ haben Matthias Schneider und Remo Gianfrancesco ein fortschrittliches Ghost-Kitchen-Konzept aus der Taufe gehoben. Die Krise der Betriebsgastronomie könnte ihnen den Weg nach oben ebnen.

City Special Toronto

Kanadas wirtschaftliches Epizentrum mausert sich auch kulinarisch zu einer echten Trendmetropole.

Mitarbeiterbeteiligung

Transparenz und Teilhabe entwickeln sich zu wichtigen Faktoren im Wettbewerb um Gastro-Talente.