Bees von AB InBev schickt sich an, als digitale Gastro-Bestellplattform B2B-Anbietern wie Gastivo, Choco, Kollex oder Octopus die Stirn zu bieten. (Foto: AB InBev)
Bees von AB InBev schickt sich an, als digitale Gastro-Bestellplattform B2B-Anbietern wie Gastivo, Choco, Kollex oder Octopus die Stirn zu bieten. (Foto: AB InBev)

AB InBev startet digitale Gastro-Bestellplattform

Anheuser-Busch InBev hat die Einführung der eigenen digitalen Gastronomie-Bestellplattform Bees auf dem deutschen Markt verkündet. Die internationale B2B-Plattform, die seit 2 Jahren in Betrieb ist, soll mit mehr als 2,9 Millionen Nutzern monatlich jetzt schon zu den zehn größten Online-Marktplätzen der Welt zählen.

Innerhalb Europas sei der Wirtschaftsstandort Deutschland von zentraler Bedeutung für AB InBev, gab das Unternehmen beim Launch von Bees bekannt. Mit den ersten zwei Pilotkunden habe man im August 2022 die Implementierungsphase gestartet. Während der kommenden 2 bis 3 Jahre soll Bees im deutschen Markt wachsen, das heißt weiter ausgebaut werden. Dafür möchte der Konzern derzeit strategische Allianzen mit großen Partnern im deutschen Getränkefachgroßhandel etablieren, die nach eigenen Angaben besondere Berücksichtigung finden sollen.

Konzeptionell vernetze Bees nach Angaben eines Sprechers alle Beteiligten entlang der Lieferkette miteinander. Zu den Kunden, die die digitale B2B-Plattforn nutzen, zählten insbesondere Gastronomen und Leiter von Getränkeabholmärkten. Sie sollen mehrfach profitieren, indem sie jederzeit Produkte bestellen, leichter mit Verkäufern interagieren und attraktive Prämien sammeln können. Preise und Werbeangebote seien auf bees.com übersichtlich und transparent gestaltet. Zudem erhalte diese Zielgruppe wichtige Informationen dazu, wie sie durch kreative Promotions und Marketingmaßnahmen ihren Absatz steigern können, verspricht das Unternehmen. Alle teilnehmenden Kunden und Handelspartner von AB InBev sollen Bees auf freiwilliger Basis nutzen, heißt es.

„Bees ist nicht ohne Grund ein Senkrechtstarter“, erklärt Michel Pepa, Country Director Germany, AB InBev. „Wir machen das Leben unserer Kunden leichter und steigern nachhaltig die Profitabilität unserer Partner. Nach drei Jahren intensiver Planung und einer Investition von rund einer Milliarde US-Dollar fiel der Startschuss für unseren Online-Marktplatz im Jahr 2020 in der Dominikanischen Republik. Heute, nur zwei Jahre nach dem Pilotprojekt, zählt sie zu den Top Ten der E-Commerce-Plattformen, generiert in 20 Ländern weltweit fast 1,8 Millionen Bestellungen pro Woche sowie einen Bruttowarenwert von über 30 Milliarden Dollar pro Jahr. Wir erzielen bereits 53 Prozent unseres Umsatzes auf digitalem Weg. Die Technologie ist das Herzstück unserer auf zehn Jahre ausgelegten Wachstumsstrategie – und BEES ein elementarer Baustein dieser Strategie.“

Algorithmusbasierte Kaufempfehlungen der Plattform bescherten Anheuser-Busch InBev und teilnehmenden Fachgroßhändlern bei 80 Prozent der Nutzer Einkäufe, die durchschnittlich 3 Prozent größer ausfielen als Bestellungen, die via Katalog erfolgten. Zugleich gelinge es dem Brauereikonzern mit seinen weltweit sechs Millionen Kunden und zwei Milliarden Konsumenten, Präsenz und Wert der weltweit erfolgreichen Produktmarken durch Bees weiter zu steigern. Auch für Endkunden habe der Marktplatz entscheidende Vorzüge: Sie könnten auf eine weitaus größere Produktpalette bei ihrem Händler vor Ort zugreifen und fänden dort etwa internationale Marken im Regal. So schaffe die Plattform eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. 

Hierzulande steht Bees im direkten Wettbewerb mit digitalen Bestellplattformen für die Gastronomie wie Gastivo (Team Beverage), Choco, Kollex. Wobei nach Angaben eines Sprechers Octopus von der GES die Plattform sein, mit der man sich am ehesten messe möchte. //pip

GZ 20/22

Themen der Ausgabe

Gastkommentar: Dr. Matthias Schu

Dr. Matthias Schu ist E-Food-Experte und geht im Gastkommentar dem Thema D2C auf den Grund. Vor allem die digital wendigen Start-ups und junge Unternehmen tun sich leichter, also alteingesessene Marken und Konzerne. Was kann der stationäre Handel von erfolgreichen D2C-Brands lernen?

Titelthema: Direct to Customer

Direct to Consumer ist gegenwärtig der wichtigste Vertriebstrend. Doch nicht nur die Hersteller gewinnen an neuen Erkenntnissen und verbessern ihre Margen. Auch der stationäre Handel  profitiert.

Aktuelles Interview: Claus Hollinger

"Neue Maßstäbe in der Getränkelogistik" will Claus Hollinger, Vorstand der Edeka Südbayern, mit der Ausweitung des Trinkgut-Konzeptes setzen. Den Start der groß angelegten Getränke-Offensive markierte im September der erste südbayerische Trinkgut-Markt in Ingolstadt.