Bottwartal und WeinAllianz final geschieden

Jeudi, 8. Mars 2018 - 13:00
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Wine
Dasah die Welt im Bottwartal noch besser aus. 2009 erzielte die damals noch Bottwartal Kellerei heißende WG einen Umsatz von 11,4 Mill. Euro

2014 begann das Kapitel der Bottwartaler Winzer bei der Genossenschafts-Vertriebskooperation WeinAllianz, doch es sollte ein Kurzes werden. Beigetreten war die Württemberger WG unter Geschäftsführerin Anna-Barbara Helliwell, die im September 2014 das Unternehmen verließ. Ihr Nachfolger Bastian Remkes veranlasste im LEH-Vertrieb die Rückkehr zur WZG ab 2015. 

Darüber hinaus wollten die Bottwartaler Winzer auch auf die Verwaltungsaufgaben, die von der WeinAllianz übernommen wurden, verzichten. Sie kündigten 2015 wegen »mangelhafter Vertragserfüllung fristlos«, nach Auskunft von WeinAllianz-Geschäftsführer Gerhard Brauer später auch fristgerecht, sodass die Bottwartaler Winzer offiziell bereits vor der gerichtlichen Einigung aus der WeinAllianz ausgeschieden seien.

Parallel verlief ein Rechtsstreit um die fristlose Kündigung, den die WeinAllianz in erster Instanz gewonnen hatte. In der zweiten Instanz, dem Oberlandesgericht Zweibrücken, haben sich beide Parteien nun auf einen Vergleich geeinigt. Die Bottwartaler Winzer sprechen in einer Pressemitteilung davon, gegenüber dem Urteil der ersten Instanz 80.000 Euro gewonnen zu haben. Sie erklären, dass sie sich auf den Vergleich eingelassen und auf einen möglichen Gang vor den Bundesgerichtshof verzichtet hätten, da zusätzliche Prozesskosten nur bedingt mit der Aussicht auf höhere Rückzahlungen der WeinAllianz in Einklang zu bringen gewesen seien.

Brauer erklärt, dass sich die WeinAllianz auf den vom Gericht vorgeschlagenen Vergleich eingelassen habe, weil das Gericht noch keine Entscheidung über die Frage, ob es sich bei den Verwaltungstätigkeiten um einen Werks- oder einen Dienstleistungsvertrag handle, getroffen hatte und bei einem Werksvertrag die Position der Bottwartaler Winzer stärker sei. 

Ursprünglich hätten die Bottwartaler Winzer rund 210.000 Euro von der WeinAllianz gefordert. Der Vergleich sehe nun knapp 70.000 Euro sowie die Auszahlung der Geschäftsanteile an den ehemaligen Gesellschafter vor, die einen Wert von 9.300 Euro hätten. Brauer drückte sein Bedauern darüber aus, dass unabhängig von dem Streit mit der WeinAllianz den Bottwartaler Winzern durch die Ausgliederung ein zweites Mal operative Kosten für IT-Migrationen sowie weitere Anpassungen entstanden seien.

Unstrittig ist, dass die 2011 beschlossene radikale Neuausrichtung der Bottwartaler Winzer sehr kostspielig war. Für das Geschäftsjahr 2014 musste die WG einen Verlust von 1,9 Mill. Euro bilanzieren. cg