Deutsche Weine gefragt

Thursday, 7. May 2020 - 16:15
Trade
Wine trade
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Deutsche Weine konnten im ersten Quartal 2020 bei den Abverkäufen zulegen

Der Absatz deutscher Weine im Vergleich zum Vorjahresquartal ist um 4 Prozent und der Umsatz um 2 Prozent gestiegen. Dies geht aus dem Haushaltspanel des Marktforschungsinstituts Nielsen hervor, das vom Deutschen Weininstitut (DWI) neu beauftragt wurde, ab diesem Jahr die Weineinkäufe in Deutschland zu beobachten. 

Wie aus der Marktanalyse weiterhin hervorgeht, war mit dem Einsetzen der Corona-bedingten Restriktionen im März im Vergleich zum März des Vorjahres ein besonders starker Zuwachs von jeweils rund 9,5 Prozent bei der Einkaufsmenge und im Umsatz zu verzeichnen.

Über alle Weinherkünfte gesehen, blieben die eingekauften Weinmengen im ersten Quartal 2020 konstant, bei einem leichten Wertrückgang von einem Prozent, berichtet das Deutsche Weininstitut mit Bezug auf die aktuellen Nielsen-Zahlen. Der Durchschnittspreis lag mit 3,48 €/l für alle Weine 1 Prozent unter dem Vorjahresquartal und mit 3,64 €/l für Weine aus deutschen Regionen 2 Prozent niedriger.

Die von der Hochschule Geisenheim quartalsweise durchgeführte Konjunkturbefragung unter 844 Betrieben aus der deutschen Weinwirtschaft (Weingüter, Winzergenossen­schaften, Weinkellereien) hat ergeben, dass sich der Weinabsatz von der Corona-bedingt geschlossenen Gastronomie und dem Weinfachhandel in den Lebensmitteleinzelhandel verschoben hat. Detaillierte Ergebnisse hierzu lesen Sie in der nächsten Ausgabe der WEINWIRTSCHAFT  10/2020. 

Die veränderte Absatzsituation sorge für große Herausforderungen für alle Weinerzeuger, insbesondere für Betriebe, die vorrangig außerhalb des Lebensmittelhandels vermarkten. Im Vergleich zum Vorjahr haben Weingüter im ersten Quartal 50 Prozent ihrer Absätze in die Gastronomie und 23 Prozent der Absätze in den Fachhandel verloren. Durch die globale Reichweite der Krise ist auch der Weinexport der Weingüter um 33 Prozent zurückgegangen.

Die Verbraucher haben auch verstärkt über den Onlinehandel gekauft, der bei den Weingütern, wenn auch auf kleiner Basis um 42 Prozent gestiegen ist, womit ein Teil der Quartalsverluste der Weingüter in Höhe von 13 Prozent kompensiert werden konnte. 

Durch die anhaltenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens im April und Mai sind für die Weingüter und Genossenschaften für das zweite Quartal deutlich höhere Verluste zu erwarten, während die Kellereien weiter von den Zuwächsen im Lebensmitteleinzelhandel profitieren dürften, beurteilt das Deutsche Weininstitut die angespannte Situation nüchtern. Red/HP