Aldi Süd prüft Getränke in Mehrweg-Gebinden

Thursday, 13. February 2020 - 15:45
Food retailing
Das marktführende Discount-Unternehmen Deutschlands überprüft derzeit eine Aufnahme von Getränken im Mehrweg-Gebinde. (Foto: Aldi Süd)

Seit Anfang Februar bietet Aldi Süd in den Regionalgesellschaften Bingen und Eschweiler jeweils zwei regionale Markenbiere sowie ein Mineralwasser in Mehrweggebinden an. Dies teilte der Discounter der GETRÄNKE ZEITUNG (GZ) auf Anfrage mit.

Demnach seien in der Regionalgesellschaft Bingen Bitburger Pils (0,33 Liter), Krombacher Pils (0,5 Liter) und Hochwaldsprudel (0,75 Liter) erhältlich. Im Raum Eschweiler handele es sich neben Bitburger Pils (0,33 Liter) um Früh Kölsch (0,5 Liter) und Gerolsteiner Naturell (1 Liter). Da die Pfandautomaten in der Testphase nicht umgerüstet werden, könnten die Aldi-Süd-Kunden die vom Discounter angebotenen Mehrwegflaschen im Kassenbereich und am Lager zurückgeben, teilt das Handelsunternehmen mit. Der Pfandbetrag werde an den Kassen zurückerstattet.

"Wir möchten zunächst abwarten, wie unsere Kunden das Mehrweg-Angebot annehmen, bevor wir weitere Schritte unternehmen, wie beispielsweise eine flächendeckende Ausweitung oder eine Umstellung unserer Prozesse und Pfandautomaten", erklärte eine Unternehmenssprecherin gegenüber der GZ.

In Deutschland habe der Verbraucher die Möglichkeit, zwischen Einweg und Mehrweg wählen zu können. "Einweggetränke erfreuen sich bei unseren Kunden nach wie vor großer Beliebtheit", so Aldi Süd. Denn sie seien leicht und bruchsicher. Darüber hinaus seien Einweggetränke durch das flächendeckend funktionierende Rückgabesystem im Handel längst keine „Wegwerfverpackungen“ mehr, sondern Wertstoffe. Sie würden von den Verbrauchern zu fast hundert Prozent wieder in den Handel zurückgebracht und damit dem Wertstoffkreislauf zurückgeführt. Zudem enthielten PET-Einwegflaschen häufig recycelten Kunststoff. "So besteht unsere Mineralwasser-Flasche (1 Liter) bereits zu 80 Prozent aus sogenanntem Rezyklat", garantiert der Discounter.

Sollte Aldi Süd tatsächlich den Einstieg ins Mehrwegsystem planen, hätte dies in mehrfacherweise Konsequenzen für die Getränkebranche und den Lebensmitteleinzelhandel. Herstellermarken würden somit noch direkter im Preiswettbewerb mit den Vollsortimentern aus dem LEH sowie den Getränkeabhomärkten stehen. Außerdem würde sich beim Discounter eine Erweiterung des Getränke-Angebotes in Form von Mehrweg-Gebinden auf die Kostenstrukturen auswirken, da eine neue Infrastruktur bei den rückwärtigen Diensten installiert werden müsste. Dies hätte letztlich auch Folgen auf die Preispolitik von Aldi Süd. Unter Einbeziehung des Getränkefachgroßhandels könnte eine Sortimentserweiterung des Discounters auf Mehrwegflaschen schließlich erhebliche Auswirkungen auf dessen Logistik sowie auf dessen ohnehin schon stark strapaziertes Management des Mehrwegsystems haben. //pip