Languedoc-Roussillon - Das ganz schön andere Frankreich

2012
Wednesday, 26. September 2012 - 12:00
Producer
Wine
Eine Reise durchs Languedoc-Roussillon führt durch einzigartige Landschaften, durch historische Orte und zu Weinen, die sich seit 27 Jahrhunderten in kein Raster pressen lassen.
 
Languedoc-Roussillon
 
Wie eigenständig, wie anders sich der Süden der Grande Nation präsentiert, lässt sich schon an den Ortsschildern ablesen. Das Okzitanische, die Langue d’Oc, ist im Languedoc nämlich nach wie vor lebendig, während das Roussillon zum katalanischen Sprachgebiet zählt. Im Süden sprach man aber nicht nur immer anders als in Paris, hier ließ man es stets etwas langsamer angehen als im Norden, wusste Geschichte mit reichlich Genuss zu verbinden. Apropos Geschichte. Die reicht nun, was die Reben des Languedoc-Roussillon angeht, gut und gern 27 Jahrhunderte zurück. Welche Bedeutung der Weinbau schon vor der Zeitenwende hatte, lassen die antiken Quellen reichlich erkennen. Schon der griechische Geschichtsschreiber Thukydides lobte im 5. vorchristlichen Jahrhundert die mediterranen Völker, weil sie umso eher der Barbarei entsagten, je mehr sie sich dem Weinbau widmeten.
 
Heute ist von Barbaren schon lange nicht mehr die Rede. Ganz im Gegenteil haben sich die Winzer zwischen der Grenze zur Provence im Osten und den Pyrenäen im Westen längst einen Namen gemacht für große, für einzigartige Weine, die sich zwar nicht so leicht unter einen Hut bringen lassen und deshalb f lüssigen Stoff für gleich mehrere Reisen bieten. Fast 250 000 Hektar sind im gesamten Languedoc-Roussillon mit Reben bepf lanzt, die Auswahl ist also riesig. Da wären zum Beispiel die großen Roten mit Appellation Protégée (AOP), die aus Rebsorten wie Grenache und Mourvèdre, aus Carignan oder Syrah gekeltert werden. Sie gedeihen im Minervois oder in den Corbières, in den Costières de Nîmes oder ganz im Süden, in und um Collioure, auf den steilen Terrassen nahe der spanischen Grenze. Geheimtipps sind die Weiß-, eigenständig die Schaumweine. Und wer die im Fass, im Stahltank, oft auch in Glasballons unter freiem Himmel ausgebauten Süßweine vergisst, die aus Banyuls und Rivesaltes, jene aus den Weinbergen von Maury sowie die berühmten Muscats aus Lunel, Frontignan oder Saint-Jean-de Minervois, der ist selbst schuld.
 
Fast 250 000 Hektar sind im gesamten Languedoc-Roussillon mit Reben bepflanzt, die Auswahl ist also riesigDie Weinkultur im Languedoc-Roussillon ist übrigens nicht zu trennen von dem, was die Franzosen Patrimoine nennen und was die historische Innenstadt von Béziers, Montpellier mit seiner auch auf Wein spezialisierten Universität, was kleine, kulturell bedeutende Schönheiten wie Pézenas ebenso einschließt wie das lebhafte Narbonne, dessen berühmte Markthalle sogar am Sonntag öffnet. Der kulinarische Aspekt gehört, wie die Sprache und der Wein, ebenfalls untrennbar zum Patrimoine, zum kulturellen Erbe. Anfangen könnte man mit einem Biss in die kleinen Pas teten von Pézenas, hergestellt in Form einer Garnrolle, aufhören beim berühmten Cassoulet, dem überbackenen Gericht aus weißen Bohnen, für das die Katharerstadt Carcassonne berühmt wurde. Nur warnen muss man den, der einmal anfängt mit dem Essen und dem Trinken. Für Weine wie für Speisen gilt nämlich, dass man wohl nie nachkommt mit dem Ausprobieren, dass jeder Versuch einer vollständigen kulinarischen Sammlung aussichtslos sein muss angesichts der immensen Vielfalt des etwas anderen Frankreichs.
 

Information

SUD DE FRANCE DÉVELOPPEMENT
 
F-34000 Montpellier
Tel.: +33 467 200220
 

ANREISE

Mit dem Flieger: Vom Münchener Flughafen oder von Frankfurt-Hahn aus kann man direkt nach Montpellier fliegen. Der Flughafen Weeze (bei Düsseldorf) wiederum bietet eine Direktverbindung nach Béziers an. Wer ganz in den Süden möchte, kann auch von mehreren
deutschen Flughäfen starten, Girona ansteuern und von dort per Mietwagen ins Roussillon gelangen.

Mit der Bahn: Von Köln aus über Paris, von Süddeutschland aus über Strasbourg nach Montpellier. Mit dem Auto: Entweder über Lyon oder über die Schweiz und Genf nach Nîmes und weiter nach Montpellier, Béziers, Narbonne und Perpignan.

PANSCHAUEN, VERKOSTEN, BESUCHEN

... die Gärten. Bis zum 31. Oktober, teilweise bis Anfang November, dauert die Gartensaison im Languedoc-Roussillon, die ab Frühjahr 2013 fortgesetzt wird.
Informationen: Amis des Parcs et Jardins
F-34000 Montpellier
Tel.: +33 499 526639
 
... den Canal du Midi – eine historische Flussverbindung zwischen Mittelmeer und Atlantik.
Informationen: Wasserstraßen Frankreichs (VNF)
F-31000 Toulouse
Tel.: +33 561 362449
www.vnf.fr
 
... den Pont du Gard, den berühmen römischen Aquädukt samt rustikalem Essen und Bio-Wein.
Restaurant La Bégude
F-30210 Vers-Pont-du-Gard
Tel.: +33 466 228695
 
... Weinseminare in historischem Rahmen.
Villa Limonade, Maison d’Hôtes
F-34210 Olonzac
Tel.: +33 468 417809
 
... die Pasteten von Pézenas
Le Petit Scapin
F-34120 Pézenas 
Tel.: +33 467 989247
 
... die Spezialitäten von Olivier Bajard,
einem der besten Pâtissiers des französischen Südens.
Pâtisserie Olivier Bajard
F-66000 Perpignan
Tel.: +33 468 387885
 
... ein Restaurant mit mediterraner Küche,
historischem Rahmen und wunderschönen
Zimmern.
Le Clos de Maussanne
F-34500 Béziers
Tel.: +33 467 393181
 
... das berühmte Lokal
der kochenden Zwillingsbrüder Pourcel
Le Jardins des Sens
F-34000 Montpellier
Tel.: +33 499 583838