Kachetien - Weingenuss am Kaukasus

2012
Wednesday, 26. September 2012 - 12:00
Producer
Wine
Burkhard Schuchmann ist ein kreativer Macher und setzt Dinge in Bewegung, um Menschen von seiner Sache zu begeistern. Zu seinem aktuellen Projekt hat er den Aufbau eines Weinguts und Weinhotels in Kisiskhevi nahe Telavi im georgischen Kachetien gemacht.
 
Hotel Schuchmann Wines Château
 
„Ich war vom Land selbst, den Menschen vor Ort und der Gastfreundlichkeit sofort eingenommen und begeistert“, denkt Burkhard Schuchmann gerne an das Jahr 2006 zurück, als er zum ersten Mal in das Land am Kaukasus reiste. Daraufhin fasste er den Entschluss, in Georgien aus den einheimischen Sorten in Einbeziehung der traditionellen und modernen, europäischen Weinbaumethoden seinen Traum, eigenen Wein auszubauen, hier umzusetzen. Heute ist der Traum aus Reben wahr geworden und sowohl Weingut als auch Hotel und Restaurant haben den Betrieb aufgenommen. In Kachetien verfügt Schuchmann Wines aktuell über 120 Hektar Land, davon stehen 66 Hektar in den Appellationszonen „Napareuli“ und „Kindzmarauli“ unter Reben. Die autochthonen Rebsortenweine aus Saperavi (rot) und der weißen Rkatsiteli (sprich Katsiteli) sowie der Kisi (weiß) sind die Aushängeschilder des aufstrebenden Weinguts an den Ausläufern des Kaukasusgebirges und herausragende Visitenkarten für Qualitätsweinbau in Georgien.
 
Oenologe Dr. Georgi Dakishvili
In keinem Bereich geht Burkhard Schuchmann Kompromisse ein. Er und seine Geschäftsführerin und Miteigentümerin Angeles Tegtmeyer, die auch das Marketing und den Vertrieb steuert, wollen Schuchmann Wines an die internationale Spitze bringen und setzen ihr hohes Anspruchsdenken in allen Bereichen konsequent in die Tat um. „Für mich war von Anfang an klar, eigenständige Weine auf hohem Qualitätsniveau anzubieten, die sich von der Masse abheben“, erklärt Burkhard Schuchmann. Bei den jüngeren Weinbergen begrenzt er deshalb die Hektarerträge auf sieben bis acht Tonnen pro Hektar, bei den Selektionsweinen, die von bis zu 50 Jahren alten Rebstöcken gewonnen werden, sind es nur drei bis maximal vier. Die Weinberge verteilen sich auf zwei Appellationszonen. 51 Hektar in „Napareuli“, wo die Böden sich aus Schwemmland mit mineralischen und kalkhaltigen Einschlüssen sowie sandigem Lehm zusammensetzen und 15 Hektar in „Kindzmarauli“, wo sandiger Lehm mit mineralischen Einschlüssen die Böden bestimmt. Das Klima in den Weinbergen um Telavi ist kontinental geprägt mit durchaus heißen Sommern, recht milden Wintern und mäßigen, meist ausreichenden Niederschlägen. Aus der Geschichte heraus dominieren auch bei Schuchmann der rote Saperavi (67 Prozent) und der weiße Rkatsiteli (14 Prozent) den Rebsortenspiegel in den Weinbergen. Mit der weißen Mtsvane (sprich Mitswane) kann Schuchmann eine weitere regionale Spezialität von den eigenen Rebbergen aufweisen. Auch internationale Sorten haben den Weg an den Kaukasus gefunden. Cabernet Sauvignon (7 Prozent) und Cabernet Franc (1 Prozent) werden in kleinen Mengen genutzt, um beispielsweise dem Schuchmann-Saperavi den letzten Schliff zu geben. Auf knapp 3,5 Hektar stehen Chardonnay-Reben, aus denen Schuchmann-Schaumwein nach der traditionellen Flaschengärmethode entsteht.
 
Mit der Verpflichtung von Georgi Dakishvili brachte Schuchmann in Keller und Weinberg den personifizierten Grundstein ins Spiel. Gogi – wie ihn Freunde und Kollegen liebevoll rufen – ist Oenologe in dritter Generation und kennt sich fast wie kein anderer im Land mit dem Ausbau der einheimischen Saperavi und Rkatsiteli in den traditionellen „Qvevris“ (Tonamphoren) aus, die in Größen von wenigen hundert bis zu 3 000 Liter Fassungsvermögen in den Boden eingelassen sind, um die darin befindliche Maische-Traubenmasse bei Gärung und Reifung kühl zu halten. Bis zu 20 Tage gären die leicht gequetschten Trauben in den Qvevris und reifen dort weiter bis zu sechs Monate, bevor sie gefüllt werden oder weiter in gebrauchten Barriquefässern ihrer Vollendung entgegen lagern. Der junge Roland Burdiashvili, der in Heilbronn seine Ausbildung zum Weinbautechniker absolvierte, steht Gogi im Keller zur Seite und ist ebenfalls Herr über die Weinberge. Nicht nur personell setzt Burkhard Schuchmann auf Kompetenz und Qualität, auch bei der Auswahl von Technik und Konzeption geht er nur ungern Kompromisse ein. Für die Weinlinie „Schuchmann-Estate Line“, die auf den Einsatz von Qvevris und Barriques verzichtet, kommen moderne, temperaturgesteuerte Edelstahltanks zum Einsatz. Direkt von der Tankpresse neuester Bauart läuft der Most in die Tanks, die im Keller unterhalb der Presse aufgestellt sind. „Wir vermeiden es, Pumpen einzusetzen. Wir wollen den Weg des Weines von der Traube bis zum fertigen Wein bei unseren Spitzenprodukten nur so wenig wie nötig beeinflussen“, sagt Burkhard Schuchmann. So werden auch die roten und weißen Spitzenweine der Vinoterra-Linie weder geschönt noch gefiltert. Aktuell werden unter dem Label „Schuchmann“ und „Vinoterra“ zusammengenommen rund 250 000 Flaschen Wein produziert, die Kapazität im Weingut ist auf maximal 500 000 Flaschen ausgelegt. 
 
Das Restaurant bietet moderne georgische Küche sowie das Brot Dedaspuri, das Ida Khutsishvili in der Brotbackamphore „Tone“ bäckt
 
Von enormer Bedeutung ist für Schuchmann und sein Team das Thema Nachhaltigkeit. Das fängt beim Ressourcen schonenden Einsatz von Pflanzenschutzmitteln an und hört bei der Verwendung regionaler Produkte in der Restaurantküche sowie beim respektvollen Umgang mit den Nachbarn im „Dorf“ längst nicht auf. „Nachhaltigkeit heißt für uns neben ökologischer Verantwortung auch die Nutzung und den Erhalt biologischer Vielfalt sowie die Schonung von nicht erneuerbaren Ressourcen und Energie“, hat man sich hier auf die Fahne geschrieben. Wie das Qualitätskonzept und die Philosophie umgesetzt werden, davon können sich Weinfreunde auch gerne selbst vor Ort ein Bild machen.
 
Entweder bei einem Restaurantbesuch oder bei einem Aufenthalt im Weinhotel „Schuchmann Wines Château“. Die Gäste können sich zeigen lassen, wie die Weinbereitung funktioniert, Proben direkt aus dem Qvevri verkosten und nach einer Degustation sowie einem hervorragenden Dinner am nächsten Morgen mit atemberaubendem Blick auf den Kaukasus aufwachen. Allerdings wird man mit großer Wahrscheinlichkeit nur zum Schlafen auf die Räumlichkeiten zurückgreifen, da die Region unzählige Attraktionen bietet, die es zu entdecken gilt. Alles kann, nichts muss, lautet die Devise bei der Gästebetreuung. Individuelle Wünsche werden berücksichtigt und mit Hilfe lokaler Tourguides umgesetzt, ob eine geführte Tour durch den Kaukasus, Kanufahrten, Wandern oder Wein- und Kulturtouren ... Man kann aber auch einfach nur die Seele baumeln lassen. Auf jedem Fall lohnt ein Besuch der örtlichen Markthallen, in denen Bauern ihre Spezialitäten anbieten und aus denen sich auch die Küche des Schuchmann-Restaurants bedient. „Im Restaurant bieten wir georgische Spezialitäten mit Pfiff, die auf europäische Bedürfnisse zurechtgeschnitten sind“, erklärt Angeles Tegtmeyer. Die Karte bietet Gerichte wie „Gegrillte Forelle mit Kartoffeln“ oder „Kalbsgeschnetzeltes mit Estragon und hausgemachten Ravioli. Auf der Karte findet der Gast eine Weinempfehlung als Food-Pairing der Hamburger Sommelière Petra Seidel. Natürlich werden nur die Weine des Hauses (auch flaschenweise) ausgeschenkt.
 
In den traditionellen Tonamphoren, den Qvevris, reift der Wein, den fleißige Hände zuvor geerntet habenUnd Burkhard Schuchmann wäre nicht Burkhard Schuchmann, wenn er nicht wieder eine neue Idee in die Tat umsetzte. Über Schuchmann Invest bietet er Investoren die Möglichkeit, zwei Hektar Weinberge in Napareuli, die seit 2006 mit Saperavi bestockt sind, zum Preis von 100 000 Euro zu kaufen. Diese kann man dann im Rahmen eines Zehnjahresvertrages von Schuchmann Wines gegen eine Gebühr von 48 000 Euro pro Jahr bewirtschaften lassen und die Ernte, die Weinproduktion, die Flaschenabfüllung, deren Etiketten individuell gestaltet werden können, sowie den Transport nach Deutschland durchführen lassen. In dieser Zeit garantiert Schuchmann jährlich 4 000 Flaschen Premiumwein, der ganz nach den Wünschen und dem Geschmack des Investors komponiert werden kann. Nach Abzug aller Kosten winkt dem Investor eine Rendite von 11,6 Prozent auf den Kapitaleinsatz von 100 000 Euro. Nach der Mindestlaufzeit von zehn Jahren garantiert Schuchmann Invest die Rückzahlung: bestimmt nicht massenkompatibel, aber für den einen oder anderen Weinaffinen mit dem nötigen Kleingeld sicher eine attraktive Investition.
 
Für uns „Normalsterbliche“ bleibt, das Können von Giorgi Dakishvili und Roland Burdiashvili im Keller und Weinberg mit jedem Jahrgang neu zu entdecken. Sei es beim Kauf einer Flasche Schuchmann-Wein beim Fachhändler unseres Vertrauens oder während einer Individualreise zum Château Schuchmann an den Kaukasus.
 
Jörg Sievers 
 

Kontakt und Infos

von Deutschland aus:
Angeles Tegtmeyer
Wohlwillstr. 35 a, 20359 Hamburg
Tel.: 040 50719330
Mobil: 0172 4418001
 
Weingut
Château Schuchmann
Kisiskhevi Village, Telavi District 2200
 
Hotel Schuchmann Wines Château
Ausstattung: 6 DZ (20-30 qm), Junior-Suite (65 qm), Turm-Suite (70 qm) mit Kaminzimmer und Balkon mit traumhafter Aussicht. Alle Zimmer mit Satelliten-TV, W-LAN kostenlos, Telefon, Bad: WC, Dusche, Bidet und Föhn. Preise: Je nach Saison; DZ ab 43 Euro, Turm-Suite ab 115 Euro. Transfer vom Flughafen Tiflis (Dauer 1,5 Stunden) möglich.
 
Restaurant: 35 Plätze innen, 35 außen.
Events/Tagungen: bis zu 100 Personen.
Preise: 4,50-18 Euro, Menü ab 10 Euro (ohne Getränke), Hauptgerichte etwa 10-18 Lari (ca. 5-9 Euro).
Buchung Hotel/Restaurant: bei Ilia
Danutashvili, Tel.: +995 790 557045