ddw5-2021

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Themen der Ausgabe

Humusdüngung

Leonardit und sehr C-haltige Dünger als eine DüV-konforme und kostengünstige Alternative

Betriebsübergabe

Wer übergibt und wer übernimmt Weinbaubetriebe – erste Ergebnisse einer Studie

was blüht denn da

Eine der ersten Pflanzen im Frühling: die Vogelmiere

Neuanlage

Worauf bei Rodung und Neuanlage eines Weinbergs zu achten ist und was es kostet

Der Frühling ist da - Blühende Wildkräuter leisten einen wesentlichen Beitrag zum Insektenschutz im Weinberg.

Endlich Frühling. Die Vögel zwitschern, die Wiesen werden grüner und die ersten warmen Sonnenstrahlen wecken die Natur aus dem Winterschlaf. Der Frühling steht nicht nur symbolisch für einen Neuanfang. Die Tage werden länger und scheinbar steht endlich wieder mehr Zeit zur Verfügung.

Ungeachtet von Lockdowns, Ausgangssperren oder neuer Virus-Mutanten, fangen die Reben an zu bluten und auf dem Weinbergsboden sprießen die ersten Frühjahrsblüher. Einer ist die Vogelmiere, über die Sie in der Rubrik »was blüht denn da« auf Seite 23 mehr erfahren. In dieser Kolumne stellen wir den Vegetationszyklus über immer wieder blühende Wildkräuter vor, die Sie garantiert auch selbst schon im Weinberg entdeckt haben. Diese Pflanzen können entweder wild wachsen und ihnen als »Unkräuter« bekannt sein oder auch in Blühmischungen enthalten sein. Um Ihnen diese oft unscheinbaren, aber so wichtigen und nützlichen Pflanzen näherzubringen, stellen wir diese steckbriefartig vor.

Den Start macht eines meiner Lieblingskräuter, die Vogelmiere. Sie schmeckt nicht nur ausgezeichnet (leicht nach Spinat), sondern ist für mich auch eine Art Frühlingsbote. Wenn ich die ersten zarten, weißen Blüten entdecke, weiß ich, jetzt wird es endlich wieder wärmer und die Natur erwacht. Diese blühenden Wildkräuter haben einen unschätzbaren Wert für die Natur. Sie leisten einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität und für den Insektenschutz. Viele der Pflanzen dienen nicht nur als Nahrungsgrundlage, sondern auch als Habitat für etliche Insekten, Vögel und Kleintiere.

Besonders mit Blick auf das zurzeit scharf diskutierte Insektenschutzprogramm ist es wichtig, über diese Zusammenhänge zu informieren. Es steht außer Frage, dass der Insektenschutz höchste Priorität für den Weinbau hat. Und das ist nicht erst so, seit die Politik dieses Unterfangen auf ihre Agenda geschrieben hat. Winzerinnen und Winzer leisten schon seit Jahrzehnten über blühende Begrünungen, biologische Bekämpfungsmaßnahmen und passgenauen Pflanzenschutz ihren Beitrag zum Naturschutz. Umso wichtiger ist es jetzt, eben genau diese Winzer nicht mit überzogenen Maßnahmen zu bestrafen. Das Ziel sollten kooperative Lösungen mit Landwirtschaft und Naturschutz sein. Denn es gibt Lösungen, mit denen sich die gemeinsamen Ziele auch ohne existenzbedrohende Vorschriften erreichen lassen. Genau diese Themen waren auch Gegenstand einer Onlinediskussion mit Branchenvertretern und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Was die Kanzlerin zur Umsetzung des Insektenschutzpaktes sagt, erfahren Sie auf Seite 8.

Der Frühling steht wie bereits erwähnt für den Neuanfang – eine gute Gelegenheit, auch in der Branche und der Politik über neue, kooperative Konzepte nachzudenken. Nutzen Sie die Zeit und genießen Sie das vermehrte Tageslicht, um neue Kraft zu tanken. Gönnen Sie sich einen Salat mit frischer Vogelmiere aus ihrem eigenen Weinberg – naturnaher geht es nicht.

Jacqueline Kehrer , Chefredaktion ddw