Valpolicella-Konsortium gewinnt Rechtsstreit

Donnerstag, 23. November 2017 - 15:45
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Wein
Konsortiumspräsident Andrea Sartori führt nach dem Sieg vor Gericht Friedensverhandlungen

Die langjährige Auseinandersetzung zwischen dem Konsortium des Valpolicella und der Produzentenvereinigung »Famiglie dell‘Amarone d‘Arte« hat ein zumindest vorläufiges Ende gefunden. Nachdem der Verbund der Aufforderung des Konsortiums, den Begriff »Amarone« aus seinem Namen zu entfernen, nicht gefolgt war, hatte das Konsortium Klage eingereicht. 

Das Amtsgericht von Venedig gab der Klage des Konsortiums statt und beschied die Ungültigkeit und das Verbot des Gebrauchs der Marke »Famiglie dell‘Amarone d‘Arte« sowie die Entfernung des Markenaufklebers von den Flaschen. 

Ferner wurden den »Familien« Promotionsaktivitäten untersagt, die sich auf »Amarone d‘Arte« und/oder eine Abweichung vom geltenden Regelwerk beziehen. Von der Internetseite www.amaronefamilies.it muss das »Manifesto dell‘Amarone dellArte« gelöscht werden. Die »Familien« wurden also gehörig zusammengefaltet, was dem Friedensprozess zwischen den beiden Fronten gut getan hat. 

Andrea Sartori, Präsident des Konsortiums, und Sabrina Tedeschi, Präsidentin der »Familien« haben sich danach bereits zu Gesprächen getroffen und gemeinsame Ziele ausgearbeitet. Ein Thema, das die beiden Parteien vereinen könnte, ist beispielsweise die Einführung einer »Gran Selezione« des Amarone nach dem Modell des Chianti Classico. 

Die Vereinigung »Famiglie dell‘Amarone d‘Arte« wurde 2009 aus Protest gegen eine Änderung der Produktionsregeln gegründet. Ihr gehören 13, teils sehr bedeutende Kellereien an: Allegrini, Begali, Brigaldara, Guerrieri Rizzardi, Masi, Musella, Speri, Tedeschi, Tenuta Sant’Antonio, Tommasi, Torre d’Orti, Venturini und Zenato. 

Im Januar 2018 wird das Konsortium während der Anteprima Amarone den 50. Geburtstag der DOP Amarone di Valpolicella feiern. Das wäre eine gute Gelegenheit, einen neuen Zusammenhalt innerhalb der Denomination zu demonstrieren. vc

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