Trinkweinbilanz im Minus

Montag, 20. Januar 2020 - 16:00
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Entwicklung des durchschnittlichen Weinkonsums pro Kopf und Jahr (Quelle: Deutscher Weinbauverband).

Der Gesamtabsatz von Still- und Schaumwein im Weinwirtschaftsjahr 2018/2019 (1.08.2018 bis 31.07.2019) lag mit einem Volumen von 19,45 Mill. Hektoliter um 0,3 Mill. Hektoliter unter dem Vergleichswert der Vorjahresperiode.

Hochgerechnet auf die derzeitige Bevölkerung von 83 Mill. Einwohner, die um 0,2 Mill. höher lag als im Vorjahr, ergibt sich ein durchschnittlicher Still- und Schaumweinkonsum von 23,4 Litern pro Person. 8,7 Liter des durchschnittlichen Konsums entfällt auf inländische Stillweine, 11,4 Liter auf ausländische Stillweine, sowie einen Schaumweinkonsum von 3,3 Litern. Stillweine wurden im Betrachtungszeitraum des Wirtschaftsjahres um 1,9 Prozent weniger abgesetzt. Schaumweine konnten dagegen um 0,8 Prozent zulegen. Für den Stillweinbereich von 16,7 Mill. Hektolitern ergibt sich eine Verteilung von 43 Prozent deutscher und 57 Prozent importierter Wein.

Trinkweinbilanz für das Weinwirtschaftsjahr 2018/2019

Entwicklung der Trinkweinbilanz im Weinwirtschaftsjahr 2018/2019 (Quelle: Deutscher Weinbauverband).

Die Trinkweinbilanz, die sich aus Anfangs- und Endbestand zuzüglich Ernte und Importe und abzüglich des Exports sowie etwaiger Verarbeitungsmengen errechnet, ist die einzige Weinmarktstudie, die über die Gesamtmarktentwicklung, unabhängig von einzelnen Vermarktungskanälen Auskunft gibt. Sie spiegelt somit den Absatz aller Vermarktungswege über Direktvermarktung an den Endverbraucher, den Einkauf im Fach-, Lebensmittel- und Versandhandel bis hin zur Gastronomie ab, wie Dr. Klaus Rückrich vom Deutschen Weinbauverband mitteilte, der Daten seit Jahren für den Verband auf Basis amtlicher Statistiken zusammenstellt.

Die Gründe für den leichten Rückgang sind einerseits in einer weiter wachsenden Bevölkerung (plus 0,2 Mill.), der Zunahme weniger weinaffiner Ethnien, veränderten Ernährungsgewohnheiten, dem demografischen Wandel und den klimabedingten Auswirkungen geschuldet, begründet der Verband den Rückgang. Der Klimawandel und außergewöhnlich hohe Sommertemperaturen dürften dabei die größte Bedeutung haben. 2018 und 2019 erwiesen sich als die wärmsten Jahre in Deutschland und zeichneten sich extrem hohe Tagestemperaturen im Sommer von über 40° C aus. Das war für den Stillweinkonsum offenbar mehr als hinderlich, insbesondere für den Konsum alkoholreicher Rotweine. HP

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