Skandal in Bordeaux

Freitag, 26. Juni 2020 - 11:00
Produkte
Hersteller
Wein
Die Brüder Jean und Marc Médeville (v.l.) (Foto: SCEA Médeville)

Die Brüder, Jean und Marc Médeville, Geschäftsführer von SCEA Médeville bzw. Präsidenten des AOC Cadillac Côtes de Bordeaux und des Syndicats Bordeaux und Bordeaux Supérieurs, sind von der Richterin der vierten Kammer des Gerichtshofs Bordeaux, Caroline Baret, wegen »betrügerischer Geschäftspraktiken« zwischen 2016 und 2018 am 25. Juni 2020 verurteilt worden. 

Die Anklagepunkte beinhalten unter anderem Zuckerzugaben ohne Aufzeichnungen sowie Überschreitung des volumentechnischen Alkoholgehalts nach der Anreicherung, Verschnitte von Weißwein in Rosé, Ernten außerhalb des AOC-Gebiets für Sauternes, AOC-Weine unter den Namen von Betrieben, die nicht separat vinifiziert werden und weiteres. Während  Jean und Marc Médeville in zwei Punkten freigesprochen wurden, folgte das Gericht den anderen Anklagepunkten.

Die Brüder, die sich gegen jeglichen Betrug verteidigten und am 26. Juni 2020 Berufung einlegten, wurden über die SCEA Médeville zu Geldstrafen von 400.000 Euro, von denen 200.000 Euro auf Bewährung ausgesetzt werden sowie privat zu 30.000 Euro, wovon 15.000 Euro ausgesetzt werden und zu jeweils 6 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, berichtet die französische Fachpresse.

Die Richterin begründete das Urteil unter anderem mit der Wettbewerbsverzerrung, die die Verurteilten gegenüber anderen Winzern geschaffen hätten sowie auch mit dem Schaden, der durch ihre Funktion dem Image des Weinbaus im Allgemeinen und dem der Bordeaux-Weine im Besonderen zugefügt worden sei. Noch vor der Anhörung war Jean Médeville von seinem Präsidentenamt der AOC Cadillac am 25. Mai zurückgetreten.  itp

 

 

 

Anzeige