Schwere Feuer in Napa und Sonoma

Dienstag, 10. Oktober 2017 - 11:00
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Die Stadt Santa Rosa wurde besonders schwer von den Bränden getroffen (Foto: California National Guard/flickr.com)

Kalifornien wird von starken Feuern heimgesucht. Dabei sind gerade die Spitzen-Weinbauzonen im Napa Valley und Sonoma betroffen. Heftige, sich wiederholt drehende Winde bei hohen Temperaturen nach langer Trockenheit haben dafür gesorgt, dass die Feuer sich über Funkenflug rasend schnell und unvorhersehbar ausbreiteten, wie der Deutschlandfunk berichtet. 

Am Abend des 9. Oktober wurden bereits zehn Tote registriert, wobei der Sheriff von Sonoma County fürchtet, dass es mehr Todesopfer gebe, da man bis dato nur mit der Evakuierung beschäftigt sei, aber nicht dazu komme, nach Vermissten zu suchen. Nach Angaben von Wine Industry Insight wurden mehr als 20.000 Menschen evakuiert. Fast 30.000 Hektar Land seien bereits verbrannt. 

Das Feuer traf die kalifornischen Winzer zum Ende der Lesesaison. 90 Prozent der Weinberge sind bereits geerntet. Bei den Trauben, die noch an den Stöcken hängen, besteht die Gefahr, dass sie den Rauch-Geschmack der Umgebung absorbieren und dieser sich später im Wein niederschlägt. Selbiges gilt für Weine, die in Kellern nahe Feuerstellen lagern. 

Ein Epizentrum der Feuer liegt östlich der Stadt Napa, doch auch westlich der Stadt gibt es Brände. Ähnlich stark betroffen scheint Santa Rosa, das sowohl im Norden als auch im Osten von Feuern bedroht wird. Bereits jetzt ist klar, dass zahlreiche Weingüter beschädigt sind, z.B. die Stag’s Leap Winery, Kenwood Winery, Frey Winery, Chateau St. Jean und Signorello Estate. 

Nachdem ein Foto des angeschmorten Eingangsschildes des William Hill Estate in den amerikanischen Medien kursierte, gab es Gerüchte, das Weingut sei ebenfalls dem Feuer zum Opfer gefallen. Die E & J Gallo Winery, die im Besitz von Williams Hill ist, gab daraufhin öffentlich bekannt, dass nur minimale Schäden an dem Weingut zu beklagen seien. 

Dadurch, dass sich unter den Evakuierten auch viele Weinproduzenten finden, die selbst nicht wissen, ob ihre Reben und Güter das Feuer unbeschadet überstanden haben, ist es zum jetzigen Zeitpunkt schwierig, den endgültigen Schaden einzuschätzen. cg

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