Portugal: Weine aus dem Douro-Tal

Donnerstag, 17. April 2003 - 13:00

Mit rund 20 Weinen präsentierten fünf Winzer aus dem Douro-Tal (westlich von Porto) erstmals ihre Weine einem Fachpublikum in Hamburg. Im Douro werden über fünfzig verschiedene autochtone Rebsorten angebaut, mit denen in bis dato fast ausschließlich Portwein produziert wurde. Erst den letzten Jahren entwickelte sich ein Trend zum (Rot)Wein, der durch eigenständigen Charakter überzeugt, Weißweine werden auf den steilen, vom Tourismus noch verschonten Terrassen eher selten vinifiziert. Zur Verkostung in die Galerie Herold (Eppendorf) kamen etwa 50 Besucher, darunter zahlreiche Szenegastronomen aus Hamburg (Bereuther, Lock s) und Hannover (Basil), Weinfachleute wie Ina Finn (hält Seminare und berät Gastronomen bei der Gestaltung der Weinkarte) sowie Beverly Thoma, die Stellvertretend für den bekannten Sommelier Hendrik Thoma (Hotel Louis C. Jacob) kam. Vertreten waren die Weingüter (Quinta) Do Vallado, Niepoort Vinhos, Do Crasto, Do Vale Dona Maria und Do Vale Meão. Während Do Vallado und Vale Meão noch keinen Distributeur in Deutschland haben, gelangen die Niepoort Weine und Portweine über Ardau in Treusdorf bei Köln in die Bundesrepublik, Quinta do Crasto ist gar bei vier Importeuren vertreten: Weinbastion (Ulm), Ausgesuchte Weine (Krefeld), Haus der guten Weine (Meersburg) sowie Gute Weine in Bremen vertreten und auch bei Weinprofi in Bremen zu haben. Dort gibt es unter anderem den Standardwein von Qinta do Crasto, dessen 2001er für gerade mal 3,50 Euro ab Keller durch sein sensationelles Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt. Der Reserva 2000 des Hauses dagegen (12 Euro ab Keller) ist zwar komplexer, jedoch wesentlich schwieriger zugänglich für den ungeübten Gaumen. Zweiter Favorit war der Quinta do Vale Dona Maria 2001, der lediglich als Fassprobe gezeigt wurde und zum Preis von 10-12,50 Euro ab Keller auf den Markt kommt. Ebenfalls konnte hier die junge Kreszens mehr überzeugen als der Dona Maria 2000, der ohnehin ausverkauft ist. »2001 war eine größere Ernte als im Jahr 2000, was uns wesentlich konzentriertere Weine bescherte«, kommentierte Christiano van Zeller von Quinta Vale Dona Maria, das für 2001 keinen Reserve-Wein herstellen wird. Wie Dirk van der Niepoort, Miguel Roquette (do Crasto) und Francisco Olazabal (do Vale Meão) äußerte sich van Zeller zufrieden mit der Resonanz und zuversichtlich, Deutschland als wichtigen Abnehmer für Weine aus dem Douro gewinnen zu können.

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