OK für Asti Secco

Montag, 13. März 2017 - 10:15
Hersteller
Wein
Schon im Sommer 2017 dürfte der Asti Secco Wirklichkeit werden

Trotz der Proteste der Prosecco-Konsortien hat es das Asti-Konsortium geschafft, die umstrittene Änderung des Regelwerks mit der Einführung des »Asti Secco« (WEINWIRTSCHAFT berichtete) beim Agrarministerium durchzubringen. Das nationale Weinkomitee gab am 10. März 2017 dem Antrag der Piemonteser statt, die Typologie »Asti Secco« in das Produktionsreglement des Asti DOCG aufzunehmen. Somit könnten die ersten Flaschen der trockenen Version im Sommer 2017 auf den Markt kommen.

»Ich betone, dass wir nicht beim Prosecco abgucken wollen, und deshalb wird das Wort ›Secco‹ auf dem Etikett auch nicht in der gleichen Reihe wie ›Asti‹ stehen dürfen und auch nur in einer Größe ab drei Millimeter bis zur gleichen Größe wie ›Asti‹. Der Zusatz ›Secco‹ wird der meistbenutzte Terminus für die neue Typologie sein, und wir werden unsere Kommunikationsstrategie darauf aufbauen, aber es gibt auch die Möglichkeit sie ›Dry‹, ›Demi-sec‹ und ›Extra Dry‹ zu nennen«, erklärte Direktor Giorgio Bosticco gegenüber dem Weinportal Winenews.

Das Auseinanderrücken der Wörter »Asti« und »Secco« ist offensichtlich ein bedeutendes Zugeständnis der Piemonteser, denn bei der Ankündigung des Feldzuges für den Asti Secco im November 2016 bestand Bosticco noch auf einem Nebeneinander der Begriffe in gleicher Schriftgröße.

»Ein gesunder Wettbewerb unter den Kellereien wird niemandem wehtun. Mit dem neuen Asti Secco werden wir die Produktion um 15 bis 20 Mill. Flaschen erhöhen, und das geht sicherlich nicht zu Lasten der 450 Mill. Flaschen Prosecco«, zitiert die Nachrichtenagentur ANSA den Direktor.

Während sich die Prosecco-Konsortien am Tag der Stattgabe noch in Schweigen hüllten, gab der Präsident der Region Venetien Luca Zaia bereits einen Kommentar ab. Er hatte die DOC Prosecco während seiner Amtszeit als Agrarminister vorangetrieben und verabschiedet. »Bei all den Namen und sprachlichen Möglichkeiten, die man hätte finden können, empfinde ich es als Schaden, dass ›Asti Secco‹ ausgewählt wurde, und zwar in erster Linie für den Asti. Die phonetische Nähe zum Prosecco könnte sich als Bumerang herausstellen. Wenn die Denomination gut geführt wird, hat der Asti ein großes Potenzial, das ich als Minister stets verteidigt habe. Darüber hinaus war mein Verhältnis zu den Piemonteser Produzenten von großer Sympathie und Achtung geprägt. Die Koexistenz beider Produkte wird möglich sein, weil Asti sowie Prosecco eine definierte Zielgruppe auf dem Markt haben. Aber meiner Meinung nach ist diese Namenswahl eine unnötige Provokation«, führt Zaia aus.

Bevor die Regeländerung in Kraft tritt, werden per Gesetz 60 Tage Einspruchsfrist eingeräumt. Ob den Prosecco-Konsortien wohl noch ein Geniestreich einfällt, um den Asti Secco zu stoppen? vc

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