Henkell nah an Freixenet

Mittwoch, 29. November 2017 - 9:15
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Wein
Noch vor Weihnachten könnte sich Henkell (rechts) Freixenet einverleiben

»Ich kann nichts Neues über die Verhandlungen zwischen Freixenet und der Henkell-Gruppe
respektive dem Oetker-Konzern berichten«, erklärte Dr. Hans-Joachim Momm, Geschäftsführer der Freixenet Deutschland GmbH, auf die Frage nach den anhaltenden Meldungen in spanischen TV-Sendern, Wirtschaftsmagazinen und Tageszeitungen, die ihren Niederschlag auch in deutschen Medien finden.

An der eigentlichen Situation habe sich nichts geändert. Die beiden Familienstämme Bonet Ferrer und Hevia Ferrer halten jeweils 29 Prozent der Firmenanteile und wollen aufgrund fehlender Rentabilität verkaufen, was Enrique Hevia ebenso bestätigte wie die Verhandlungen mit Henkell.

Die restlichen 42 Prozent hält die Familie Ferrer Noguer mit dem Ehrenpräsidenten José Ferrer und seinem Sohn Pedro, bis vor Kurzem CEO des Unternehmens, die nicht verkaufen wollen. Sie können ihr Vorkaufsrecht jedoch mangels finanzieller Mittel und fehlender Unterstützung der Banken nicht ausüben, um so in den Besitz von 100 Prozent der Firma zu kommen.

Henkell soll den Quellen zufolge bereit sein, rund 550 Mill. Euro auf den Tisch zu blättern. Anders als der Wettbewerber Codornìu, der seine Firmenzentrale und die Adresse in die Stadt Haro in die Rioja verlegt hat, behält Freixenet seinen Firmensitz in Katalonien bei, wie der Freixenet Konzernvorsitzende José Luis Bonet kürzlich bekannt gab.

Berichten spanischer Medien zufolge sollen die Verträge inzwischen unterschriftsreif sein. Allerdings zögere jetzt wohl Henkell aufgrund der ungeklärten politischen Situation Kataloniens mit der Unterzeichnung. Entscheidend dürfte die für den 21. Dezember anberaumte Wahl eines neuen Regionalparlaments sein.

Kurz vor Weihnachten könnte es somit nochmals spannend werden, rund um den Deal zwischen Freixenet und Henkell/Oetker. Die dürften vor allem am internationalen Geschäft der Feixenet-Gruppe, die in rund 150 Länder ihre Produkte exportiert, interssiert sein.

Mittlerweile machte eine weitere Nachricht die Runde: So halten gut informierte Kreise inzwischen eine Zerschlagung des Konzerns in die Cava-Aktivitäten auf der einen und die Wein-Aktivitäten auf der anderen Seite für möglich. Das würde der Familiengruppe Ferrer Noguer entgegenkommen, die weiterhin im Weingeschäft aktiv bleiben will. hp

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