Hellwege: Insolvenzverfahren eröffnet

Freitag, 10. Oktober 2003 - 13:00

Für Insider kam das Aus für die Hamburg Spirituosen- und Weinhandelsfirma nicht unerwartet. Geschäftsführer Bernhard Hornemann musste vergangene Woche den Gang zum Amtsgericht Hamburg antreten und das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Fa. Hellwege GmbH & Co. KG, Hamburg, vertreten durch die persönlich haftende Gesellschafterin, die Hellwege & Co. GmbH, beantragen. Am 9. Oktober wurde das Insolvenzverfahren angeordnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Amtsgericht den Rechtsanwalt Dr. Klaus Pannen (Amtsgericht Hamburg, Aktenzeichen 67b IN 324/03). Bernhard Hornemann hält an der Firma bislang 53%, die ebenfalls in Konkurs befindliche französische Partnerfirma Lebegue 47%. Über Probleme im Zusammenhang mit dem Konkurs der französischen Geschäftspartner wurde branchenintern schon seit längerem berichtet. Wie Bernhard Hornemann auf Anfrage von WEINWIRTSCHAFT bestätigte, hatten die geldgebenden Banken seit Jahresanfang die Suche nach einem neuen Gesellschafter für die in Insolvenz befindliche französische Handelsfirma Lebegue verlangt. Mehrere Interessenten hätten zur Disposition gestanden, aufgrund der ungelösten Probleme in Frankreich sei es jedoch zu keiner Einigung gekommen. Die Höhe des Warenbestands von rund 7 Mill. Euro, davon 1,4 Mill. Euro mit Wein, so Hornemann, sei angesichts eines Umsatzes von 60 Mill. Euro nicht das Problem gewesen. Auslöser für den Gang zum Amtsgericht sei letztlich der Absatzeinbruch in den Monaten Juli und August gewesen, der den Banken dann die Möglichkeit geboten hätte, die Kreditlinien zu kündigen. Eine Überschuldung läge nicht vor, die Gehälter einschließlich aller Nebenkosten seien bis Ende September bezahlt und danach durch das Konkursausfallgeld bis Ende des Jahres gesichert, es habe jedoch für die Zukunft Zahlungsunfähigkeit gedroht, weshalb er auf anraten seiner Rechtsberater den Gang zum Amtsgericht angetreten habe. In den beiden vergangenen Tagen hätte sich das Unternehmen nun mit den wichtigsten Beteiligten - Insolvenzverwalter, Banken, und den Partnern von GEV und GES sowie einigen wichtigen Lieferanten auf eine Fortführung des Unternehmens geeinigt. Seit 14. Oktober erfolge wieder die Auslieferung der erfreulicherweise zahlreich vorliegenden Aufträge. Der auf Insolvenzverwaltung spezialisierte Rechtsanwalt Dr. Klaus Pannen von der Hamburger Kanzlei White & Case, sei nun an der Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes. Es werde bis Ende des Jahres nun darauf ankommen einen neuen Gesellschafter zu finden, so dass die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zum 1. Januar vermieden werden könne. Die Mitarbeiter seien in jedem Fall hoch motiviert und würden zum Unternehmen und hffentlich auch zu ihm als Unternehmer stehen. Von der Insolvenz vollkommen unberührt ist die Firma Vino GmbH, Bremen, die Hornemann getrennt von Hellwege führt. (hp)

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