Hawesko mit Gewinnwarnung

Dienstag, 23. Oktober 2018 - 15:15
Handel
Weinhandel

Die Hawesko Holding AG senkt ihre Wachstumsprognose des Umsatzes für 2018 von 3 auf 2,5 Prozent – ohne Berücksichtigung der Erstkonsolidierung von Wein & Co. Als Grund für die geringeren Umsätze führt Hawesko den langen Sommer an, der die Nachfrage in Richtung günstigerer Rosé- und Weißweine gelenkt habe. Das habe den Umsatz im 3. Quartal um 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 108,4 Mill. Euro gedrückt. 

Auch für den Gewinn erwartet der Hawesko-Vorstand ein schlechteres Ergebnis als bisher avisiert und senkt die Prognose des EBIT von 32–33 Mill. Euro auf 28–30 Mill. Euro und damit auch unter das Vorjahr, als das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit bei 30,4 Mill. Euro lag.

Dass der Gewinn prozentual stärker als der Umsatz betroffen ist, liegt auch an einer Rückstellung von 1 Mill. Euro, die Hawesko für einen drohenden Verlust in Zusammenhang mit einem Betrugsfall bei der Tochtergesellschaft Gebrüder Josef und Matthäus Ziegler GmbH, Freudenberg, bilden musste. 

Wie Hawesko gegenüber WEINWIRTSCHAFT erklärt, ist der Hintergrund, dass der ehemalige Brennmeister zwischen 2006 und 2016 Teile des Vor- und Ablaufs mit krimineller Energie sowie ohne Wissen der Brennerei Ziegler entwendet und schwarz verkauft habe. Hawesko betont, dass der entwendete Alkohol in keine Produkte der Brennerei Ziegler eingegangen sei.

Mittlerweile sei der ehemalige Brennmeister rechtskräftig verurteilt, und der Zoll habe festgestellt, dass er die nicht gezahlten Steuern mangels finanzieller Mittel nicht vom Brennmeister eintreiben kann. Nun versuche es, diese von der durch den Diebstahl geschädigten Brennerei einzuklagen. Da der Ausgang des Rechtsstreits noch unklar sei, habe Hawesko eine Rückstellung bilden müssen.

Mit den wetterbedingten Umsatzrückgängen steht Hawesko im Übrigen nicht alleine, wie das aktuelle Editorial der WEINWIRTSCHAFT 21/2018 zeigt. cg

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