Gut gedacht...schlecht gemacht

Donnerstag, 22. Dezember 2016 - 16:15
Handel
Weinhandel
Werbung mit Großflächenplakaten für Württemberger Wein, nicht irgendwo in einer deutschen Großstadt, sondern in der Pfalz auf einer Hauswand in Neustadt an der Weinstraße.

Henry Ford wusste schon, dass jede Werbung mit Streuverlusten einhergeht. Zweierlei Dinge war sich der Pionier moderner Werbung und Autoproduktion bewusst. Zum einen, ohne Werbung geht gar nichts und zum anderen, die Hälfte seines Werbebudgets hielt er für rausgeworfendes Geld. Er wusste nur nicht welche Hälfte das war.

Solche Fälle scheint es auch heute noch zu geben. Denn gut gedacht ist auch die bundesweite Plakat-Kampagne des Deutschen Weininsituts (DWI) »Weine mit Herkunft«, die zum 1. April 2016 startete und mit Großflächenplakaten die 13 deutschen Herkunftsgebiete den deutschen Weinliebhabern näher bringen soll. An 3.000 Standorten in den 30 größten Städten außerhalb der Anbaugebiete sollen Großflächenplakate für die verschiedenen Gebiete werben. Darunter scheint allerdings auch manches faule Ei zu sein.

Das hier abgebildete Plakat prangt an einer eher tristen Hausfassade am südlichen Ortseingang von Neustadt an der Weinstraße, immerhin der zweitgrößten Weinbaugemeinde in Deutschland, die allerdings nicht in Württemberg sondern in der Pfalz zu finden ist. Die dortige Bevölkerung ist bekannt für ihre enge Verbundenheit zu den heimischen Gewächsen aus Pfälzer Weinbergen, weshalb die Werbung für Württemberger Wein eher verpuffen dürfte. Bleibt zu hoffen, dass die übrigen 2.999 Plakate an erfolgsversprechenderen Standorten für deutsche Weine werben. HP

 

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