Großrazzia in Süditalien

Dienstag, 16. Juli 2019 - 14:30
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Wein
Italienische Polizeit geht gegen Weinfälscher vor (Foto: Irontrybex - Fotolia)

Zwischen Apulien, Kampanien, dem Latium und Abruzzen wurden nach Informationen des Portals »Lecce News 24«  62 Betriebsstätten und Wohnungen untersucht. Der Schwerpunkt der »Ghost Wine« genannten Operation liegt in Apulien. Zwischen Lecce und Brindisi wurden elf Verdächtigte festgenommen. Davon landeten sechs in Untersuchungshaft, fünf wurden unter Hausarrest gestellt. Gegen weitere 30 Personen wird ebenfalls ermittelt, die se befinden sich jedoch auf freiem Fuß. Die Staatsanwalt von Lecce veranlasste die vorläufige Beschlagnahmung von vier Weinunternehmen und von 30 Mill. Litern vermutlich gepanschten Weines. Drei der Kellereien befinden sich in Apulien, »Agrisalento srl« und »Enosystems srl« in Copertino sowie die »Megale Hellas srl« in San Pietro Vernotico (Brindisi), nur die »C.C.I.B. Food Industry srl« hat ihren Sitz in Rom. Laut Staatsanwalt besteht der Verdacht auf widerrechtliche Mostanreicherung mit Zucker und anderen unerlaubten Substanzen, um die Weinproduktion zu erhöhen. Auch stark fehlerhafter Wein soll mittels widerrechtlicher oenologischer Techniken gedopt und auf den Markt gelangt sein. Außerdem wird den Verdächtigten vorgeworfen, spanischen Wein als italienische DOC- und IGT-Ware deklariert zu haben.

Die gefälschten und falsch deklarierten Weine sollen zu Dumping-Preisen sowohl auf dem nationalen und als auch auf dem internationalen Markt angeboten worden sein. Ein Mitarbeiter der apulischen Zweigstelle der Zentraleinheit für Kontrolle und Betrugsbekämpfung im Lebensmittelbereich (ICQRF) soll als »Maulwurf« fungiert und die betroffenen Unternehmen über Interna und anstehende Kontrollen informiert haben. Die Ermittlungen für »Ghost Wine« kamen nach einer Routinekontrolle in einer Kellerei in Racale (Lecce) im Februar 2018 ins Rollen. Dort hatten die Inspektoren Unmengen an leeren Plastiksäcken mit Zuckerresten gefunden. VC

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