Familienkrieg bei Pesquera

Dienstag, 12. Februar 2019 - 13:45
Hersteller
Wein
Alejandro Fernández, Gründer der Bodegas Pesquera

Der heute 86-jährige Gründer Alejandro Fernández besitzt 49,7 Prozent am Unternehmen, gleich hoch ist der Anteil seiner Frau Esperanza. Die restlichen 0,6 Prozent teilen sich die vier Töchter. Der Umsatz der gesamten Pesquera-Gruppe wird auf 100 Mill. Euro geschätzt.

Fernández wurde schon im Vorjahr von seiner administrativen Verantwortung entbunden. Nun geht er vor Gericht, wie die Tageszeitung „El Norte de Castilla“ berichtet.

Keinen DO-Wein für 2018

Schon im Herbst wollte der Veteran die Ernte blockieren und erlaubte seinen Damen nicht, die Erntekarte der DO zu benutzen, deren Rechte er besitzt. Sogar die Guardia Civil musste anrücken.

Die Trauben können nun nicht als DO-Wein verwendet werden. Alejandro wurde untersagt, seine Unternehmen zu betreten, zu denen neben den Bodegas Dehesa la Granja, Tinto Pesquera, Condado de Haza und El Vinculo auch ein Hotel und vier Unternehmen der Energiewirtschaft gehören. Seine Firmenanteile gehören ihm weiterhin.

Tochter Eva hält zu ihn – und wurde gefeuert

Mittlerweile wurde auch Alejandros Tochter Eva, die Önologin der Gruppe, hinausgeworfen. Ihr Vergehen: Sie ist die einzige der Frauen, die nicht „gegen ihren Vater konspiriert“ hat. Gegen die Kündigung hat Eva eine gerichtliche Klage angestrengt.

Jetzt hat Fernández vor Gericht gegen die weitere Verwendung seines Namens und seines Fotos geklagt. Es könne ja nicht angehen, wird in den Einlassungen seines Anwalts argumentiert, dass man ihn ohne Vorankündigung von all seinen Rechten entbunden hat, nun aber mit seinem Foto und mit seinem guten Image als berühmter Önologe weltweit Werbung mache. Fernández verlangt Entschädigung für den moralischen Schaden, den er dadurch erlitten habe.

Fernández klagt auch dagegen, dass die Mehrheitsgesellschafter in Zusammenarbeit mit einer Agentur versucht hätten, die auf ihn eingetragenen berühmten Wein-Marken wie Tinto Pesquera, Janus, Condado de Haza und andere durch geringfügige Veränderungen erneut einzutragen. Fernández hatte die weitere Verwendung der Marken untersagt. Jürgen Mathäß

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