F.X. Pichler verlässt Vinea Wachau

Donnerstag, 15. Oktober 2020 - 11:00
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Für Lucas Pichler ist die neue DAC Wachau die Zukunft (Foto: Marcus Rössle).

Es ist das Ende für Smaragd und Co. von F.X. Pichler: Das österreichische Weingut tritt mit sofortiger Wirkung aus der Gebietsvereinigung Vinea Wachau aus. Grund für den Schritt sei die »Doppelgleisigkeit« von zwei Vermarktungssystemen, die mit der neuen DAC-Verordnung für die Wachau entstehe, erklärt das Weingut. Denn während die DAC-Regelungen vollständig auf Herkunftsvermarktung abzielen, orientieren sich die Regularien der Vinea Wachau mit den Kategorien Steinfeder, Federspiel und Smaragd an Zuckerwerten.

Mit dem Jahrgang 2020 erhält die Anbauregion Wachau den DAC-Status. Ab diesem Zeitpunkt will F.X. Pichler die Vermarktungs-Begriffe der Vinea Wachau von seinen Etiketten streichen und stattdessen mit der Einteilung nach Herkunft in Gebiets-, Orts- und Riedenweine arbeiten, so wie es die DAC-Regelungen vorsehen.

»Die Einführung der DAC-Verordnung wäre der richtige Zeitpunkt gewesen, die Vinea-Regelungen zu novellieren – etwa eine Limitierung der Bezeichnung Smaragd auf die besten Lagen oder die Abschaffung der Zuckerkategorien, die aufgrund des Klimawandels ohnehin obsolet geworden sind«, so Lucas Pichler, der das Weingut von seinem Vater Franz Xaver übernommen hat. Die wichtigsten Qualitätskriterien der Gebietsvereinigung Vinea Wachau, wie etwa verpflichtende Handlese und Verbot der Mostanreicherung, seien schließlich auch in die DAC-Verordnung übernommen worden – obwohl auch diese aus Sicht des Winzers nicht gänzlich perfekt seien: »Wir sind mit der DAC-Regelung insgesamt durchaus einverstanden, wenngleich wir es bedauern, dass Traditionssorten wie Gelber Muskateller oder Neuburger keine Lagenbezeichnungen mehr tragen dürfen, sondern nur als Gebiets- oder Ortswein ohne Lage gefüllt werden dürfen.«.

Es sei eine Entscheidung, die beide Generationen gemeinsam getroffen hätten. Bereits im Frühjahr hatte Lucas Pichler seine Funktion im Vorstand der Vinea Wachau niedergelegt, da er den Vorstand von seinen Ideen nicht überzeugen konnte. »Dies ist ein sehr schwieriger Schritt, denn meine Familie hat viele Jahre in der Vereinigung mitgearbeitet, wir haben dem 1983 geschaffenen System sehr viel zu verdanken, und es verbinden uns sehr enge Freundschaften mit vielen der Mitglieder«, so Pichler. aw

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