Europaweit wird mit kleinerer Ernte gerechnet

Mittwoch, 4. Oktober 2017 - 15:15
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Wein
Auch an der Mosel nähert sich die Lese ihrem Ende (Foto: Katja Hoffmann/laif)

Zwar läuft die Lese noch und Betriebe, die auf höhere Prädikatsweine spekulieren, haben noch Trauben in einzelnen Weinbergen hängen, ansonsten ist die Lese weitgehend abgeschlossen, wie die Dienstleistungsdirektion Rheinpfalz und die Bauern- und Winzerverbände in Rheinland-Pfalz unisono melden.

Für die in der EU erwartete Weinmosternte 2017 hat die EU-Kommission bereits eine erste Schätzung veröffentlicht: Demnach wird eine Gesamtmenge von 146 Millionen Hektoliter in den 28 EU-Mitgliedsstaaten erwartet, was eine der bisher kleinsten Erntemenge seit dem Millenium darstellen würde. Das Ergebnis läge rund 22 Millionen Hektoliter und damit 13 Prozent unter dem Mittel der letzten fünf Jahre, wie die Kommission mitteilt. Große Ernteeinbußen verzeichnen demnach alle drei großen Weinerzeuger Italien, Frankreich und Spanien. In Deutschland rechnen der Deutsche Weinbauverband und die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz mit 7,4 Millionen Hektolitern, was um 18 Prozent unter dem langjährigen Mittel läge. Als Hauptursachen für die Minderungen werden die Spätfröste im April und Hagelschäden in verschiedenen Regionen genannt. 

Was die Preise und ihre zukünftige Entwicklung betrifft, sieht der Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Ökonomierat Norbert Schindler, MdB, derzeit ein »extremes Missverhältnis« zwischen den Erntemengen und den Erzeugerpreisen. »Gerade im Hinblick auf die europaweit geringen Erntemengen ist damit zu rechnen, dass die Preise in allen Marktsegmenten steigen werden«, erwartet Schindler und spekuliert, dass das auch für die Fassweinbestände des Jahrgangs 2016 gelten könnte, die noch in den Kellern der Winzer lagern. Die Ernteeinbußen in den sechs rheinland-pfälzischen Anbaugebieten kalkuliert Schindler mit Einbußen in Höhe von 20 Prozent gegenüber dem langjährigen Mittel. HP
 

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