David gegen Goliath

Donnerstag, 6. September 2018 - 16:00
Handel
Weinhandel
Die Grünen Veltliner des Weinguts Sutter sind Stein des Anstoßes (Foto: Michael Godowitsch)

Doris und Leopold Sutter vom 25-Hektar-Weingut Sutter aus dem österreichischen Weinviertel kämpfen mit dem US-Konzern Trinchero Family Estates, der ca. 4.000 Hektar Weinberge bewirtschaftet. Wichtigste Marke der US-Amerikaner ist »Sutter Home«. Diese Marke sehen sie durch die Weine des Weinguts Sutter angegriffen. Da die Österreicher rund 20.000 Flaschen Wein in die USA exportieren, betrifft die Unterlassungsklage der Sutter Home Winery auf einen Schlag 10 Prozent der jährlichen Produktion des Weinguts. Dabei handelt es sich auch nicht um einmalige Geschäfte. Schon 1932 exportierte das Weingut in die USA und damit lange vor Entstehen der Marke Sutter Home.

Doris Sutter befürchtet, dass es Trinchero jedoch nicht nur um den US-Markt gehen könnte, denn Sutter Home sei auf vielen Märkten eine eingetragene Marke, so auch in der EU. Ihr Weingut Sutter wiederum sei sehr exportstark. Doris Sutter gibt zu bedenken, dass sich die Ausstattung der Flaschen des Weinguts stark von dem Design von Sutter Home unterscheidet und dass sich ihr Weingut auf die Produktion von Grünem Veltliner konzentriert, der nicht Teil des Sortiments von Sutter Home sei. Auch wegen dieser Produktunterschiede hofft Doris Sutter, sich außergerichtlich mit dem US-Riesen einigen zu können. 

Sollte Trinchero die Klage über den US-Markt ausweiten, könnten auch weitere Unternehmen betroffen sein, denn der Familienname Sutter ist in der Weinbranche durchaus geläufig. Neben dem aktuell betroffenen Weingut Sutter gibt es auch in Deutschland und der Schweiz Weinerzeuger namens Sutter. Hinzu kommen ein auf Schweizer Weine spezialisierter Weinhändler aus Schaffhausen, ein Technikzulieferer und der Schweizer Landtechnikhandel Sutter. cg

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