"Da hat jemand ein Fass aufgemacht"

Freitag, 17. März 2017 - 13:30
Handel
Weinhandel
Gegen eine Pfandpflicht auf Wein- und Sektflaschen:  Thomas Weiter (Vorsitzender Deutsches Weintor), Minister Volker Wissing und Frank Jentzer (stellv. Vorsitzender, Geschäftsführer Deutsches Weintor)

Der rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Weinbauminister Volker Wissing (FDP) gibt Entwarnung und versichert, dass es "mit ihm und der rheinland-pfälzischen Landesregierung kein Pfand auf Weinflaschen geben werde", wie er anlässlich eines Pressetermins in der pfälzischen Winzergenossenschaft Deutsches Weintor erklärte.

Die Frage, einer möglichen neu eingeführten Pfandpflicht für Wein- und Sektflaschen, die seit Bestehen der Abfallentsorgungsregelungen stets abschlägig entschieden wurde, kam durch einen Änderungsvorschlag des Umweltausschusses des Bundesrats und offenbar auf Basis einer Initiative norddeutscher Bundesländer aufs politische Tablett. Grundsätzlich habe die Initiative ja eine gewisse Berechtigung, da sich eine Pfandpflicht künftig nicht mehr am Produkt sondern am Verpackungsmaterial orientieren solle. So sei es unverständlich, dass Getränke für die pures Wasser beispielsweise aus Molkeprodukten verwendet würde, hinsichtlich Pfand anders behandelt würden als solche, die mit Zusatz von Wasser hergestellt seien.

Bei Wein funktioniere jedoch das bisherige Glasrecyclingsystem, weshalb es keine Veranlassung gäbe, etwas daran zu ändern. Die stoffliche Wiederverwertung finde statt und ein Zwangspfand bringe weder ökologisch noch kostenmäßige Vorteile. Der Aufwand stünde in keinem Verhältnis zum Nutzen. Für Sekt sei eine Wiederverwendung der Flaschen aus technologischen Gründen ausgeschlossen und die Vielfalt der Flaschenformen gerade im Premiumbereich würde nur zur Belastung kleiner Winzerbetriebe führen. Auch die Vertreter der Winzergenossenschaft Deutsches Weintor eG, Geschäftsführer Frank Jentzer und Vorsitzender Thomas Weiter erklärten Ihre Ablehnung möglicher Änderungen. Ein Flaschenpfand mache aus ökologischen und ökonomischen Erwägungen überhaupt keinen Sinn. In der Vermarktung seien die Betriebe zur Schaffung von Marken auf die Nutzung unterschiedlichster Flaschenformen angewiesen.

Derzeit liegt der Gesetzesentwurf zur Beratung den Gremien des Bundestags vor. Voraussichtlich werde der Vorschlag jedoch kaum das Parlament erreichen, da auch die Bundesregierung gegen eine Änderung sei, erklärte Wissing. HP

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