Bordeaux: Winzer fürchten Konjunktureinbruch

Donnerstag, 29. November 2001 - 12:00

BIVB-Chef Eric Dulon, Vorsitzender des Bordeaux-Gesamtverbandes CIVB befürchtet, dass sich die Konjunktur umkehren könnte; darauf deuteten die jüngsten Prognosen hin, die sowohl der Internationale Währungsfonds IWF und die Europäische Zentralbank als auch die Arbeitgeberverbände abgegeben hätten. Andererseits sieht Dulon die Weinbauregion an der Gironde derzeit so massiv im Um- und Aufbruch, dass ihm für den »Fortbestand der gemeinsamen Marke Bordeaux« und ihre Rolle in der Welt nicht bange sei. Behaupten würden sich am Markt allerdings nur jene Regionen oder Weine, die qualitativ auf der Höhe und mit entsprechenden Investitionen gefördert seien. Die Kampagne 2000/2001 schloss zum 31. August mit folgenden Zahlen: Vermarktet wurden insgesamt 6,05 Mill. hl, das sind 2,5% mehr als im Vorjahreszeitraum; an Umsatz erzielten die Bordeauxweine insgesamt 6,26 Mrd. DM. In den Export gingen 2,21 Mill. hl. Dies entspricht einem leichten Zuwachs von 1%. Der mit Ausfuhren erzielte Wert erhöhte sich dagegen um 5% auf 2,49 Mrd. DM. Das CIVB hebt hervor, dass mehr als 90% der Exporte auf 10 Hauptabnehmerländer entfallen. Die Statistik weist für die Europäische Gemeinschaft eine Abnahme um gleichfalls 1% auf 1,59 Mill. hl aus. Rückläufig war die Entwicklung in Deutschland (-4%; Wert: -1%) und Holland (-2%); in England konnte das zuvor verlorene Terrain mit einem Plus von 3% wieder wett gemacht werden, auch Belgien und Dänemark melden leichtere Zuwächse; in der Schweiz erreichten sie sogar 11%. Der Absatz in Drittländern erhöhte sich um 7% auf 623 600 hl. An der Spitze lagen hier Japan mit einem Plus von 13% und die USA (+8%). Auf die EU entfielen demzufolge insgesamt 72% des Exportvolumens und 55% des im Weltabsatz erzielten Wertes, der sich in ihrem Bereich um 2% erhöhte. Größter EU-Markt war erneut Deutschland mit fast 470.000 hl, gefolgt von Belgien, England, Holland und Dänemark. Bei den Sorten gingen die Weißweine um weitere 3% im Volumen zurück. Sie stellen heute nur noch 20% der Ausfuhren gegenüber einem guten Drittel, das sie noch bis Ende der achtziger Jahre auf sich vereinen konnten. Eine weitere klare Tendenz bestätigte sich im Berichtsjahr bei den Fassweinexporten; sie sind dabei, völlig aus dem Bordeaux-Geschäft zu verschwinden, wenngleich ihnen noch ein paar wenige europäische Länder bei ihren Importen ein gewisses Gewicht einräumen, so Norwegen, Dänemark, Belgien und die Schweiz. © (jb)

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