Blick nach vorne

Donnerstag, 17. Mai 2018 - 9:45
Hersteller
Wein
Alexander und Chris Baumann (1. und 2. v. l.) waren im Domhof Gastgeber des Weinwirtschaftsrats (Foto: WEINWIRTSCHAFT)

Der kleine Jahrgang 2017 hat die rheinhessischen Winzer, die weniger als 2 Mill. Hektoliter (–23% ggü. Vorjahr) geerntet haben, schwer getroffen. Beim Frühjahrspressegespräch des rheinhessischen Weinwirtschaftsrats legten die Verantwortlichen den Fokus jedoch auf Zukunftsthemen. »Die Exportmärkte tuen uns weh. Wir hoffen, dass unsere Finanzmittel dort gut eingesetzt werden«, erklärte Wolfgang Trautwein, der Vorsitzende des Verbands der rheinhessischen Weinkellereien. 

Auch Ingo Steitz, Präsident des Weinbauverbands Rheinhessen, sieht den Export als eine Schlüsselfrage: »Es ist für uns eine Herkulesaufgabe, den Wein außerhalb der Region zu vermarkten. Andere Anbaugebiete können ihre Weine stärker vor Ort verkaufen. Wir müssen international aufgestellt sein. Deshalb ist es wichtig, dass EU-Mittel in die Exportförderung umgeleitet werden können.« Albrecht Ehses, Geschäftsführer des Verbands der rheinhessischen Weinkellereien, unterstrich die Wichtigkeit des Exports für Rheinhessen, indem er darlegte, dass 50 Prozent der deutschen Nettoweinexporte aus Rheinhessen stammen. 

Steitz freute sich, dass man gerade in Nicht-EU-Ländern stark sei. Dort habe man die Chance, weniger an EU-Bestimmungen gebunden zu sein. Generell müsse es gelingen, dass die Herkunft in der Etikettierung an Bedeutung gewinne. »Wenn man mit der Region bei den Verbrauchern verankert ist, hilft das sehr. Wir müssen uns auch über die Rebsorten Gedanken machen. Unser Herkunftsprofil müssen wir deutlich stärker in den werblichen Kontext einbringen«, so Steitz.

Beim werblichen Kontext blieb Roland Hinkel, stellvertretender Vorsitzender von Rheinhessenwein, in der Gegenwart. Die laufende Prüfung und Notifizierung der seit Jahren bekannten Kampagne »Die Weine der Winzer« bremse die Weinwerbung aus. Damit sprach Hinkel das aktuell wohl brennendste Thema des Weinwirtschaftsrats an. Aus dem Weinwirtschaftsrat war zu hören, dass gerade die Bearbeitung im rheinland-pfälzischen Weinbauministerium deutlich länger dauere und schwieriger verlaufe, als man das erwartet hätte. Die im Februar verkündete Lösung der Finanzierung der Weinwerbung funktioniert damit zumindest nicht in allen Bereichen reibungslos. cg

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