Badens Genossenschaften rechnen mit kleinerer Ernte

Donnerstag, 19. September 2019 - 16:30
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Wein
Dr. Ralf Schäfer von den Affentaler Winzern und Dr. Roman Glaser vom BWGV erwarten einen qualitativ guten Jahrgang (Foto: WEINWIRTSCHAFT)

Die ersten Trauben des Jahrgangs 2019 wurden in Baden wie anderswo in Deutschland bereits im August gelesen. Aktuell geht es in die Hauptlese. Anlass genug für die badischen Winzergenossenschaften einen Blick auf die zu erwartende Ernte zu werfen. Die 72 Winzergenossenschaften in Baden rechnen in diesem Jahr mit einer Ernte von rund 85 Mill. Liter, berichtete Dr. Roman Glaser, Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV) anlässlich der Herbstpressekonferenz des Verbands.

Die Ernte der Genossenschaft aus dem mengenmäßig großen Jahrgang 2018 des Vorjahres lag bei 104,6 Millionen Litern. Damit läge die Ernte 2019 rund 20 Prozent niedriger. Was die Qualität betrifft, haben die guten Wetterverhältnisse der letzten Wochen viele Wetterkapriolen des Vegetationsjahres wettgemacht, die mit Hagel, Sturm und aufgrund der hohen Temperaturen im Sommer mit Sonnenbrand erhebliche Schäden befürchten ließen.

Mit den Qualitäten sind die Genossenschaften inzwischen überaus zufrieden, wie Ute Bader, Fachberaterin Wein und stellvertretende Bereichsleiterin Beratung beim BWGV zusammen mit dem gastgebenden Geschäftsführer der Affentaler Winzer eG, Dr. Ralf Schäfer, bekundete. Bader rechnet mit einem sehr guten Jahrgang 2019 in Baden.

Auch was die Halbjahresbilanz im Verkauf betrifft, sind die badischen Winzergenossenschaften nicht unzufrieden. Im ersten Halbjahr stieg der Absatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,8 Mill. auf 43,7 Mil. Liter Wein und Sekt (+1,8%). Der Umsatz legte im gleichen Zeitraum um 0,7 Mill. Euro auf 127,8 Mill. Euro (+0,5%) zu.

Mit Blick auf die Strukturen der 72 Winzergenossenschaften, von denen allerdings nur 32 ihre Weine im eigenen Keller ausbauen, erwarten die Verbandsvertreter eine Fortsetzung des Strukturwandels. Dieser wird vor allem an der Veränderung der Betriebszahl deutlich. Von 25.480 Betrieben in Baden im Jahr 2000 reduzierte sich bis Ende 2018 die Betriebszahl auf 12.622. Vor allem kleine Nebenerwerbsbetriebe würden vermehrt aufgeben, während die Zahl der Betriebe mit mehr als 5 Hektar kontinuierlich wachsen würden.

Im Bereich der Genossenschaften gab es 2018 mit der Vereinigung der Baden-Badener Winzergenossenschaft und den Affentaler Winzern sowie Hex von Dasenstein mit Oberkircher Winzern lediglich zwei Fusionen. Unter dem Dach der Affentaler sind inzwischen 10 ehemals selbständige Genossenschaften im Raum Bühl-Baden-Baden vereint, wie Schäfer erklärte. Für 2019 ist noch der Zusammenschluss des Kaiserstühler Winzervereins Oberrotweil mit der Winzergenossenschaft Jechtingen-Amoltern geplant. hp

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