Aus Ortswein wird Village Riesling

Freitag, 13. März 2020 - 13:15
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Village statt Ortswein: Dr. Bürklin-Wolf setzt auf eine neue Bezeichnung (Foto: Dr. Bürklin-Wolf).

Das Pfälzer Weingut Dr. Bürklin-Wolf ersetzt die Bezeichnung Ortswein durch den Begriff Village. Mit dem 2019er Jahrgang, der voraussichtlich in den Monaten Mai und Juni in den Verkauf geht, wird auf dem Vorderetikett der Ortsname – Wachenheim, Ruppertsberg, Deidesheim, Forst – stehen und darunter die Angabe Village. Auf dem Rückenetikett ist weiterhin die VDP-Klassifikation Ortswein zu lesen.

»Obwohl unsere Ortsweine erfolgreich sind, blieben sie für große Teile unserer Kunden erklärungsbedürftig und sind es bis heute«, so Inhaberin Bettina Bürklin-von Guradze. Geschäftsführer Steffen Brahner ergänzt im Gespräch mit WEINWIRTSCHAFT: »Der burgundische Begriff Village ist viel präziser als die deutsche Bezeichnung Ort. Im Gespräch mit Händlern und insbesondere mit Gastronomen, ist dies immer wieder deutlich geworden«.

Bereits 1994 hatte das Weingut die Idee einer vierstufigen Klassifikation nach burgundischem Vorbild übernommen und nach und nach die Begriffe Premier Cru und Grand Cru eingeführt, die den Stufen der Ersten und Grossen Lage in der VDP-Pyramide von 2012 entsprechen. Dass Winzer dem Vorbild Bürklin-Wolfs folgen und eigene Begrifflichkeiten einführen könnten, davon geht der VDP nicht aus. »Unsere Richtlinien sind ja gemeinschaftlich mit den Weingütern erarbeitet worden. Wenn sich ein Winzer für den VDP entscheidet, steht er ja hinter den Statuten und lebt diese Richtlinien gerne«, so Verbandssprecherin-Sonja Reinbold gegenüber WEINWIRTSCHAFT.

Den Begriff Gutsriesling will das Weingut aber beibehalten, der komme sehr gut beim Verbraucher an und habe sich als die »flüssige Visitenkarte« des Weingutes etabliert, so Brahner. aw

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